Ratgeber
Geführtes Ponyreiten: Der vollständige Ratgeber für Eltern
Was genau passiert beim geführten Ponyreiten, wer ist dabei, und warum ist es mehr als nur "aufsitzen und loslaufen".

Kind auf einem Pony, Mutter führt es über eine Wiese
Für eilige Eltern (TL;DR)
- Beim geführten Ponyreiten führen Eltern das Pony, das Kind sitzt sicher oben – kein Vorkenntnisse nötig.
- Es geht nicht nur ums Reiten: Tierpflege, Beziehungsaufbau und Naturerfahrung sind genauso wichtig.
- Kinder ab 3 Jahren können teilnehmen, es gibt kein Gewichtslimit für Kleinkinder, aber Ponygröße bestimmt das Mindestalter.
- Eine Einheit dauert 60-90 Minuten und kostet 25€ pro Kind.
Wenn Eltern nach “Ponyreiten für Kleinkinder” suchen, stoßen sie auf zwei sehr unterschiedliche Dinge: den klassischen Ponykreis auf dem Jahrmarkt und das geführte Ponyreiten auf einem echten Hof. Der Unterschied ist groß.
Dieser Artikel erklärt, was geführtes Ponyreiten wirklich bedeutet, wie es abläuft, was es kostet – und warum Kinder oft noch Wochen danach davon reden.
Was ist geführtes Ponyreiten – und was ist es nicht?
Geführtes Ponyreiten bedeutet: Ein Erwachsener (meistens ein Elternteil) führt das Pony am Halfter, während das Kind auf dem Rücken sitzt. Das Kind reitet also nicht selbstständig – es erlebt das Reiten.
Das klingt nach einer Einschränkung. Ist es aber keine.
Für Kinder unter 6 Jahren ist das die einzig sinnvolle Form des Reitens. Ein Kleinkind kann die Bewegungsimpulse, die nötig sind, um ein Pferd zu lenken, noch gar nicht zuverlässig geben. Die Aufmerksamkeit ist anders gebunden: Es riecht nach Tier, die Welt ist auf einmal zwei Meter höher, das Pony bewegt sich und atmet.
Auf dem Jahrmarkt reitet das Kind zehn Minuten im Kreis auf einem müden Pony, das automatisch läuft.
Bei uns verbringt das Kind 60-90 Minuten damit, ein bestimmtes Pony kennenzulernen, es zu putzen, aufzuzäumen und dann gemeinsam mit einem Elternteil zu erkunden – auf Tempo und Weg des Kindes angepasst.
Wie läuft eine Einheit konkret ab?
Jede Einheit ist ein bisschen anders, aber der Grundrahmen ist immer ähnlich:
1. Ankommen (10 Min.) Das Kind kommt in den Stall. Die meisten schauen erst einmal nur. Das ist gut. Wir lassen Zeit.
2. Pony kennenlernen (15 Min.) Das Kind bekommt ein bestimmtes Pony zugeteilt. Wir lernen den Namen, die Vorlieben, das Temperament. Dann: Striegeln. Jedes Kind bekommt eine Bürste und macht das selbst – so weit es möchte.
3. Ausrüstung anlegen (10 Min.) Helm und Sicherheitsweste werden angelegt (beides stellen wir kostenlos). Dann wird das Pony gesattelt – auch das lernt das Kind Schritt für Schritt.
4. Geführtes Reiten (30-40 Min.) Jetzt kommt der Moment. Ein Elternteil führt das Pony am Halfter, eine Betreuerin ist begleitend dabei. Das Kind lernt erste Haltungspunkte: Hände ans Halfter statt Sattelknauf, Fersen nach unten, Blick geradeaus.
5. Abschluss (10 Min.) Das Pony wird abgesattelt und mit einer Leckerei verabschiedet. Für die meisten Kinder ist das einer der besten Momente des Tages.
Ab welchem Alter geht das?
Bei uns starten Kinder ab 3 Jahren. Mit 3 Jahren ist ein Kind körperlich in der Lage zu sitzen, hält sich instinktiv fest und kann einfache Anweisungen verstehen.
Was dabei zählt: nicht das Alter auf dem Papier, sondern die Bereitschaft. Ein entspanntes Vierjähriges ist besser aufgehoben als ein aufgedrehtes Dreijähriges. Wenn ihr unsicher seid, meldet euch einfach – wir beraten kurz.
Nach oben gibt es keine Altersgrenze für geführtes Ponyreiten. Auch Kinder mit 7 oder 8 Jahren können damit starten, wenn sie noch nie Kontakt mit Pferden hatten. Es gibt keinen Druck, schnell zu “echtem” Reiten weiterzugehen.
Mehr zur Frage “Ab wann Ponyreiten?” findet ihr in diesem Artikel: Ponyreiten: Ab welchem Alter?
Was kostet eine Einheit?
Eine geführte Pony-Einheit kostet 25€ pro Kind. Helm und Sicherheitsweste sind inklusive, eigene Ausrüstung ist nicht nötig.
Die Einheit dauert 60-90 Minuten – die Länge hängt davon ab, wie das Kind reagiert. Wir halten keine starre Zeit ein. Wenn ein Kind schon nach 50 Minuten müde oder satt ist, ist das völlig in Ordnung. Wenn es noch viel länger bleiben möchte, schauen wir, was möglich ist.
Vergleich zum Kindergeburtstag: Wer mit einer Gruppe kommt, schaut sich am besten die Kindergeburtstags-Pakete an – da ist die Kalkulation anders.
Sicherheit: Was Eltern wissen müssen
Das größte Fragezeichen vieler Eltern ist die Sicherheit. Das ist verständlich.
Ein Pferd ist kein Spielzeug und kein Fahrrad. Es reagiert auf Angst, auf Lärm, auf plötzliche Bewegungen. Das klingt beunruhigend – zeigt aber auch, warum der Umgang mit Pferden so wertvolle Lernerfahrungen schafft: Kinder lernen, sich zu regulieren.
Was wir tun:
- Helm und Sicherheitsweste für jedes Kind, immer
- Ponys, die speziell für den Umgang mit Kindern temperamentsmäßig geeignet sind
- Kein Kind sitzt allein auf einem Pony – immer ein Führender dabei
- Kein Galoppieren, kein unbeaufsichtigtes Longieren am Anfang
- Elternteil als Führperson schafft Vertrautheit und Sicherheit
Mehr dazu im Artikel: Sicherheit beim Ponyreiten für Kinder
Was kommt nach dem geführten Ponyreiten?
Viele Familien starten mit geführtem Ponyreiten und fragen sich nach ein paar Terminen: Wann kommt das selbstständige Reiten?
Die Antwort hängt vom Kind ab. Manche sind nach vier Terminen bereit für die Longe (also: am langen Zügel mit Eigensteuerung), andere genießen das Geführtwerden viel länger. Es gibt keinen Zeitplan, der für alle stimmt.
Was sich in diesem Übergang verändert: Das Kind übernimmt schrittweise die Kommunikation mit dem Pony. Erst die Richtung mit dem Blick, dann mit dem Gewicht, dann mit den Schenkeln. Das braucht Zeit – und das ist gut so.
Wer regelmäßig kommt, kann Ferienkurse als nächsten Schritt nutzen: Mehrere Tage hintereinander, mehr Intensität, Gruppe mit anderen Kindern.
Termin anfragen
Geführte Pony-Zeit gibt es bei uns in Renningen unter der Woche und am Wochenende – je nach Verfügbarkeit. Termine laufen nicht im Fließbandmodus, sondern werden gemeinsam abgestimmt.
Jetzt anfragen – wir melden uns in der Regel innerhalb eines Tages.
Oder ihr schaut erst ins Online-Angebots-Überblick für alle Details.


