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Ratgeber

Nach dem 3. Termin: Warum jetzt die meisten Kinder aufblühen

Zwischen dem zweiten und dritten Termin passiert etwas. Eltern sehen es oft erst im Nachhinein – aber es ist real.

Sarah Handte 5 Min. Lesezeit
Kind zeigt selbstbewusst einem Pony eine Bürste

Kind zeigt selbstbewusst einem Pony eine Bürste

Für eilige Eltern (TL;DR)

  • Ab dem 3. Termin kennen Kinder die Abläufe – das schafft Kapazität für echte Lernschritte.
  • Motorische Verbesserungen, sichtbares Selbstvertrauen und erste "Ich mach das selbst"-Momente passieren jetzt.
  • Dieser Punkt ist entscheidend: wer jetzt weitermacht, entwickelt echte Bindung.

Der erste Termin war Staunen. Der zweite war Wiedererinnerung. Ab dem dritten passiert etwas anderes.

Warum der dritte Termin ein Wendepunkt ist

Wenn ein Kind zum dritten Mal kommt, kennt es die Abläufe. Es weiß, wie es den Helm aufsetzt. Es weiß, welche Bürste zuerst kommt. Es kennt das Pony beim Namen.

Das klingt banal – ist aber neurobiologisch bedeutsam. Das Gehirn muss nicht mehr alles neu aufnehmen. Es hat Kapazität frei für echtes Lernen.

Das sieht dann so aus:

  • Das Kind fängt an, Fragen zu stellen, statt zu schauen
  • Es gibt dem Pony spontan Kommandos (oft noch falsch, aber mit Absicht)
  • Es merkt selbst, wenn es etwas nicht richtig macht
  • Es bittet, die Bürste selbst zu führen, das Pony selbst zu satteln

All das sind Zeichen von Selbstwirksamkeit – das Gefühl: Ich tue etwas, und es passiert etwas.

Was sich körperlich verändert

Dritter Termin, erstes sichtbares motorisches Feedback:

Haltung: Kinder, die beim ersten Mal noch klammerten und den Sattelknauf nicht losließen, sitzen jetzt lockerer. Der Rücken folgt der Bewegung des Ponys, statt dagegen zu arbeiten.

Beine: Die Fersen finden natürlicher den Weg nach unten. Das passiert unbewusst, weil das Körpergefühl für die Bewegung sich eingeprägt hat.

Blick: Das Kind schaut geradeaus, nicht auf den Pony-Hinterkopf. Ein kleines Zeichen, das viel sagt: weniger Angst, mehr Orientierung.

Das sind keine großen Fortschritte im reitsportlichen Sinne. Aber für ein Kind, das drei Mal 90 Minuten konzentriert war, ist das bemerkenswert.

Die Beziehung zum Pony

Ab dem dritten Termin fragen viele Kinder: “Kommt heute auch [Pony-Name]?”

Das ist mehr als Gewohnheit. Es ist eine echte Erwartung an eine Beziehung.

Wenn wir es einrichten können, geben wir Kindern, die regelmäßig kommen, öfter dasselbe Pony. Das schafft Vertrautheit – auf beiden Seiten. Ein Pony, das ein Kind schon kennt, verhält sich anders als bei einem Erstkontakt.

Für Kinder mit wenig Sozialkontakt zu Tieren zuhause ist das eine ungewöhnliche Erfahrung: eine Beziehung aufzubauen, die nicht sprachbasiert ist.

Was jetzt kommt

Nach dem dritten Termin ist ein guter Moment, um innezuhalten und zu fragen: Will das Kind weitermachen?

Wenn ja: Was als nächstes? Ferienkurse bieten mehr Intensität. Regelmäßige Einzeltermine bieten Kontinuität.

Wenn das Kind zögert: Das ist selten ein Zeichen, dass Ponyreiten nichts für es ist. Meistens ist es ein Zeichen, dass gerade zu viel andere Dinge passieren. Eine Pause ist kein Rückschritt.

Weiter lesen: Nach der 10. Einheit – was sich wirklich verändert hat

Beobachtungsmarker nach dem 3. Termin

  • Motorik: Sitz und Gleichgewicht werden ruhiger, Bewegungen wirken koordinierter.
  • Sicherheit: Ablaufe am Pony werden vertrauter, das Kind reagiert kontrollierter auf Hinweise.
  • Selbstvertrauen: Erste “Ich kann das selbst”-Momente tauchen sichtbar auf.

Serie und naechster Termin

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