Elternratgeber
Stall-ABC für Eltern
Kurz, freundlich und ohne Fachchinesisch.

Putzzeug und Halfter liegen ordentlich bereit.
Wisst ihr, was ich am meisten liebe? Wenn Eltern zum ersten Mal hier sind und so gucken wie Aliens auf einem fremden Planeten. Alles neu. Überall komische Wörter. Das Kind rennt rum und ruft “ICH MUSS NOCH ABHALFTERN!” und die Eltern denken “… bitte was?”
Warum das wichtig ist
Wenn euer Kind nach der Reitstunde erzählt “Ich hab Coco am Widerrist gestriegelt und dann haben wir Bahnfiguren geübt”, wollt ihr doch wissen, wovon es redet, oder? Genau dafür ist das hier.
A bis E: Von Abäppeln bis Equidenpass
- Abäppeln: Pferdeäpfel aufsammeln. Ja, das heißt wirklich so. Die Kinder finden’s lustig, die Arbeit weniger. Trotzdem muss es sein.
- Abhalftern: Das Halfter vom Kopf nehmen. Klingt kompliziert, ist nach zweimal Zugucken easy.
- Abreiten: Vor dem Training ein paar Runden im Schritt gehen, damit das Pony warm wird. Wie Aufwärmen beim Sport.
- Aufhalftern: Gegenteil von Abhalftern. Halfter drauf.
- Bahnfiguren: Bestimmte Wege, die man in der Halle reitet. Zirkel (rund), ganze Bahn (außen rum), Schlangenlinie. Napoleon hasst Schlangenlinien übrigens. Keine Ahnung warum.
- Curry: Nein, nicht das Essen. Ein Putz-Striegel aus Gummi. Damit kriegt man den groben Dreck raus. Sleepy liebt es, wenn man ihn damit striegelt. Der lehnt sich richtig rein.
- Equidenpass: Der Reisepass des Pferdes. Muss bei jedem Transport dabei sein, steht alles drin: Impfungen, Chip-Nummer, Beschreibung. Penelope hat ein besonders schönes Passfoto. Sieht aus wie ein Model.
H bis L: Von Halfter bis Longe
- Halfter: Das Alltagsding am Kopf. Zum Führen, Anbinden, Festhalten. OHNE Gebiss im Maul. Das ist wichtig. Halfter ist quasi die lockere Variante.
- Hand: Wenn man sagt “Wir reiten auf der linken Hand”, heißt das: linke Seite innen. Also gegen den Uhrzeigersinn. Verwirrt am Anfang jeden.
- Hufauskratzer: Kleines Werkzeug, mega wichtig. Vor UND nach dem Reiten die Hufe kontrollieren und Dreck rauskratzen. Steine in den Hufen bedeuten Aua fürs Pony.
- Kardätsche: Feine Bürste zum Polieren. Damit wird das Fell schön glänzend. Chica wird immer ganz ruhig dabei, die findet das so entspannend.
- Koppen: Wenn ein Pferd Luft schluckt und dabei ein komisches Geräusch macht. Ist eine Verhaltensstörung, nicht gut. Haben wir zum Glück nicht hier.
- Longe: Eine lange Leine, so 8 Meter. Damit führt man das Pferd im Kreis, während jemand drauf sitzt. Super für Anfänger. Die können sich aufs Sitzen konzentrieren, während ich Kylo im Kreis führe.
P bis S: Von Paddock bis Striegel
- Paddock: Eingezäunter Auslauf, oft mit Sand oder befestigt. Damit die Ponys auch im Winter raus können, ohne im Matsch zu versinken. Attila steht am liebsten auf seinem Paddock und guckt in die Ferne. Denkt wahrscheinlich über das Leben nach.
- Putzzeug: Alles, was man zum Putzen braucht: Striegel, Bürsten, Hufauskratzer, Schwamm. Jedes Pony hat sein eigenes.
- Sattelkammer: Die Garderobe des Stalls. Hier hängen Sättel, Trensen, Halfter, Helme. Riecht meistens nach Leder und ein bisschen nach Pony.
- Schenkelhilfe: Das Signal mit den Beinen. Leichter Druck heißt “vorwärts” oder “zur Seite”. Nicht treten, sondern drücken! Balu reagiert schon auf ganz sanften Druck.
- Schritt: Langsamste Gangart. Vier Takte, wie gehen. Tipp tapp tipp tapp.
- Striegel: Putz-Ding für groben Dreck. Gibt’s aus Gummi oder Metall. Ruffy wird immer hibbelig beim Striegeln, der ist kitzelig.
T bis Z: Von Trab bis Zügel
- Trab: Mittlere Gangart. Zwei Takte, ein bisschen hoppelig. Da muss man “leichttraben” lernen, also im Rhythmus hochkommen. Am Anfang fühlt sich das an wie ein Workout.
- Trense: Das Kopfstück zum Reiten. MIT Gebiss im Maul (anders als das Halfter). Fiona mag ihre Trense nicht so, die macht immer Theater beim Aufzäumen.
- Voltigieren: Turnen auf dem Pferd. Die Kinder lieben das. Quacky ist da der perfekte Kandidat. Der ist so geduldig, der lässt alles mit sich machen.
- Widerrist: Der Buckel, wo der Hals aufhört und der Rücken anfängt. Da misst man auch die Größe des Pferdes. “Simon ist 1,10m am Widerrist” zum Beispiel.
- Zügel: Die Lederriemen, die vom Gebiss in eure Hände führen. Wichtig: Zügel sind zum LENKEN. Nicht zum Festhalten wie am Seil im Bus!
Bonus: Sätze, die ihr bald sagt
Nach ein paar Wochen am Stall werft ihr mit solchen Sätzen um euch:
- “Hat jemand den Hufauskratzer gesehen?”
- “Nein, nicht die Kardätsche, den Striegel!”
- “Die reiten heute auf der rechten Hand.”
- “Coco muss noch abgesattelt werden.”
Und dann gucken andere Eltern EUCH an wie Aliens. Der Kreis schließt sich.
Kontakt Wollt ihr die Liste zum Mitnehmen?
Ich kann euch das auch als PDF schicken. Zum Ausdrucken oder für die Notizen-App. Einfach kurz Bescheid geben.
P.S.: Wenn ihr ein Wort hört, das hier nicht steht, fragt einfach. Ich erklär alles. Meistens mit Handzeichen und wilden Gesichtsausdrücken. Die Ponys finden das unterhaltsam.


