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Gesundheit

Mauke im Winter: Vorbeugung

Kalte, nasse Füße sind auch für Pferde kein Spaß. so beugt ihr vor.

Sarah Handte 6 Min. Lesezeit
Ein Pferd steht im winterlichen Schnee.

Ein Pferd steht im winterlichen Schnee.

Matsch. Mein Lieblingsthema im Winter. Nicht. Aber ernsthaft: Jedes Jahr im November, wenn's so richtig nass und eklig wird, fangen die Probleme an. Ruffy hatte letztes Jahr eine leichte Mauke. Ich hab mir Vorwürfe gemacht, obwohl wir echt aufgepasst haben. Passiert halt manchmal trotzdem. Hier erzähl ich dir, was wir seitdem anders machen.

Was ist Mauke überhaupt?

Kurz gesagt: Eine Hautentzündung in der Fesselbeuge. Das ist die Kuhle hinten am Bein, zwischen Ferse und Röhre. Feuchtigkeit und Dreck machen die Haut da weich und rissig. Dann kommen Bakterien oder Pilze rein. Sieht nicht schön aus, tut dem Pferd weh. Und wenn man’s ignoriert, wird’s richtig übel.

Warum ist Matsch so ein Problem?

Stell dir vor, du läufst den ganzen Tag in nassen Socken rum. Irgendwann ist die Haut an deinen Füßen total aufgeweicht, oder? Beim Pferd ist das genauso.

Die Fesselbeuge ist sowieso schon eine fiese Stelle. Da sammelt sich Feuchtigkeit, es ist warm, dunkel, perfekt für Keime. Wenn dann noch Matsch dazukommt, der den ganzen Tag dranklebt, kannst du dir vorstellen, was passiert.

Sleepy zum Beispiel legt sich auch mal gern mitten in die matschigste Ecke vom Paddock. Warum? Keine Ahnung. Ponys halt. Der sieht dann aus wie ein Schlamm-Monster und ich steh da und seufze.

Woran erkennst du Mauke?

Die Anzeichen sind eigentlich deutlich, wenn man weiß, worauf man achten muss:

  • Rötung oder Schorf in der Fesselbeuge: sieht aus wie aufgeschürfte Haut, manchmal mit Krusten
  • Das Pferd reagiert empfindlich beim Anfassen: Chica hat mal gezuckt, als ich ihr die Beine bürsten wollte. Da wusste ich, irgendwas stimmt nicht
  • Entlastendes Abstellen: wenn ein Bein ständig angehoben oder komisch abgestellt wird
  • Nässende Stellen oder ein komischer Geruch: im fortgeschrittenen Stadium. Das willst du nicht erleben.

Bei Penelope hab ich’s mal fast übersehen, weil die so einen dichten Fesselbehang hat. Seitdem schau ich auch bei den fluffigen Ponys genauer hin.

Was wir am Hof machen, um Mauke zu vermeiden

Hier kommt unsere Winter-Routine. Nix Spektakuläres, aber es funktioniert:

Nach dem Paddock: Kurzer Check

Ich schau mir bei jedem Pony die Fesselbeugen an, wenn sie reinkommen. Dauert zwei Minuten. Bei Napoleon weiß ich schon, der bleibt brav stehen. Kylo zappelt immer, aber da muss er durch.

Schmutz runter, aber sanft

Grober Dreck muss weg, klar. Aber ich schrubb nicht wie wild. Entweder warten, bis der Matsch getrocknet ist und dann abbürsten. Oder, wenn’s sein muss, lauwarm abspülen und dann WIRKLICH gut trocknen. Mit einem sauberen Handtuch abtupfen, nicht rubbeln.

Trocknen lassen

Das ist so wichtig. Die Fesselbeuge muss trocken sein, bevor das Pony wieder in Matsch oder feuchte Einstreu kommt. Manchmal föhn ich auch. Ja, wirklich. Balu findet’s super, der schläft dabei fast ein.

Feste Wege auf dem Paddock

Das war die beste Investition ever. Wir haben Bereiche mit Paddockplatten oder Schotter, wo die Ponys stehen können, ohne im Matsch zu versinken. Die Tränke steht auf festem Untergrund, die Futterplätze auch.

Was wir bewusst NICHT machen

  • Dauerndes Waschen mit Shampoo: das macht die Haut noch empfindlicher. Der natürliche Hautschutz wird weggespült.
  • Hartes Schrubben an aufgeweichter Haut: da machst du mehr kaputt als heile
  • Irgendwelche Cremes draufklatschen ohne zu wissen, was los ist: erst gucken, dann handeln. Manche Salben machen’s sogar schlimmer, weil sie die Feuchtigkeit einschließen.

Fiona hatte mal eine kleine rote Stelle und ich hab gedacht: “Ach, schmier ich mal Zinksalbe drauf.” War falsch. War gar keine Mauke, sondern ne kleine Schramme. Naja, gelernt ist gelernt.

Ein typischer Wintertag bei uns

Morgens: Ponys raus auf den Paddock. Die suchen sich ihre Lieblingsplätze. Simon steht immer an der gleichen Stelle. Keine Ahnung warum.

Mittags: Kurzer Rundgang, gucken ob alle fit sind.

Nachmittags und Abends: Ponys reinkommen, Fesselbeugen checken, groben Dreck abbürsten, bei Bedarf trocknen.

An richtig üblen Matschtagen lass ich sie auch mal früher rein. Lieber ein bisschen weniger Auslauf als eine Woche Mauke-Behandlung.

Wann muss der Tierarzt ran?

Ruf an, wenn:

  • Die Krusten sich entzünden oder eitrig werden
  • Das Pferd lahmt
  • Die Stelle stark geschwollen ist oder heiß
  • Trotz deiner Bemühungen nix besser wird

Attila hatte mal eine hartnäckige Mauke. Da mussten wir mit Antibiotika ran. Kein Spaß, aber manchmal geht’s nicht anders. Lieber früh zum Tierarzt als zu spät.

Kontakt Fragen zum Winter-Management?

Wenn du wissen willst, wie wir unsere Ponys durch den Winter bringen, oder wenn du selbst grad mit Mauke kämpfst, meld dich. Ich zeig dir auch gern, wie unser Paddock-Setup aussieht. Pucki freut sich über Besuch. Und über Leckerlis, aber psssst.

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