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Gesundheit

Jakobskreuzkraut erkennen

Was Eltern wissen sollten, ohne Angst, aber mit Respekt.

Sarah Handte 6 Min. Lesezeit
Ein Pony steht auf einer Koppel.

Ein Pony steht auf einer Koppel.

Vor ein paar Jahren hab ich einen Anruf bekommen, der mir immer noch im Kopf rumgeht. Eine Bekannte, deren Pferd plötzlich abgebaut hat. Leberwerte durch die Decke. Die Tierärztin meinte: Jakobskreuzkraut, wahrscheinlich über Monate im Heu mitgefressen. Das Pferd hat es nicht überlebt.

Seitdem bin ich paranoid. Und ich finde, ein bisschen Paranoia ist bei dem Thema angebracht.

Jakobskreuzkraut sieht harmlos aus. Hübsche gelbe Blüten, steht am Wegrand, könnte auch eine Wildblume sein. Ist es aber nicht. Das Zeug ist giftig, und das Gemeine: Die Vergiftung passiert schleichend.

Warum das so gefährlich ist

Die Giftstoffe in Jakobskreuzkraut, Pyrrolizidinalkaloide falls es jemanden interessiert, zerstören die Leber. Nicht sofort, sondern Stück für Stück. Wenn man Symptome sieht, ist es oft schon zu spät. Und im Heu wird es nicht erkannt, weil der bittere Geschmack beim Trocknen verschwindet.

Wie das Zeug aussieht

Ich hab es mittlerweile hundertmal erklärt, also nochmal:

  • Gelbe Blüten, viele kleine Blütenblätter drumherum wie bei einem Gänseblümchen, nur gelb
  • Die Blätter sehen gefiedert aus, wie kleine Federn
  • Wächst gern an Straßenrändern, auf brachliegenden Flächen, aber auch mitten auf der Weide

Das Problem: Es gibt Pflanzen, die ähnlich aussehen. Johanniskraut zum Beispiel. Ich hab mir irgendwann eine App runtergeladen, die Pflanzen erkennt. Hilft manchmal, ist aber nicht immer zuverlässig. Im Zweifel: Rausreißen.

Das Heu-Problem

Auf der Weide fressen die Pferde Jakobskreuzkraut meistens nicht. Zu bitter, die sind nicht blöd. Aber wenn es im Heu ist, merken sie es nicht mehr. Der Geschmack ist weg, das Gift aber nicht.

Deshalb kaufen wir unser Heu nur von Leuten, die wir kennen und denen wir vertrauen. Und ich frag jedes Mal nach: Habt ihr Jakobskreuzkraut auf euren Flächen? Die gucken mich manchmal komisch an, aber das ist mir egal.

Falls ihr selber Heu macht: Schaut VORHER auf die Flächen. Nicht hinterher. Wenn es im Ballen ist, könnt ihr es nicht mehr aussortieren.

Wann wir kontrollieren

Im Frühsommer fängt das Zeug an zu wachsen. Ab Juni geh ich alle paar Wochen unsere Weiden ab. Ist nervig, dauert, aber muss sein.

Im Spätsommer blüht es dann richtig. Gelbe Teppiche, wenn man Pech hat. Da ist es eigentlich schon zu spät zum Rausreißen, weil die Samen sich verbreiten. Aber wir machen es trotzdem, weil jede Pflanze weniger ist eine Pflanze weniger.

Und im Herbst, wenn das Gras kurz wird: Nochmal kontrollieren. Da sind die Rosetten, die jungen Pflanzen ohne Blüte, leichter zu sehen.

Was wir konkret machen

  • Jede Woche einmal über die Weiden laufen. Ja, wirklich jede Woche im Sommer.
  • Pflanzen mit Wurzel rausziehen. Nicht abschneiden, sonst wachsen sie nach.
  • Heu nur von bekannten Quellen.
  • Im Zweifel: Weide sperren und erstmal gründlich absuchen.

Die Kinder helfen manchmal mit. Die finden das spannend: Wir gehen auf Giftpflanzenjagd! Ich nutz das pädagogisch. Die lernen, dass man nicht alles anfassen soll, was in der Natur wächst. Und dass Verantwortung für Tiere auch heißt, solche Sachen ernst zu nehmen.

Was ich den Kindern sage

Wenn ihr eine gelbe Blume seht, die ihr nicht kennt: Nicht pflücken, nicht anfassen, mir Bescheid sagen.

Das ist die Regel. Nicht kompliziert, aber wichtig. Die meisten Kinder verstehen das sofort. Die sind ja nicht doof. Und es macht sie aufmerksamer für ihre Umgebung, was generell kein Nachteil ist.

Kontakt Wollt ihr mehr wissen?

Falls ihr unsicher seid, was bei euch auf der Weide wächst, kommt vorbei. Ich zeig euch, worauf wir achten. Ist wichtiger als man denkt.

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