Zum Hauptinhalt

Ratgeber

Die 5 besten Ausflugsziele für Familien in Stuttgart & Umgebung (Geheimtipps)

Tim
Die 5 besten Ausflugsziele für Familien in Stuttgart & Umgebung (Geheimtipps)

Für eilige Eltern (TL;DR)

  • Bei Die 5 besten Ausflugsziele für Familien in Stuttgart & Umgebung (Geheimtipps) helfen einfache Prinzipien mehr als komplizierte Sonderwege.
  • Weniger Programmdruck und mehr echte Ponyzeit sorgen meist für die besten Erinnerungen.
  • Gute Vorbereitung im Vorfeld spart vor Ort Stress und macht Entscheidungen leichter.
  • Mit klarer Struktur wird aus einem Termin ein entspannter Tag für Kinder, Eltern und Ponys.

Wochenende in Stuttgart. Die Sonne scheint, die Kinder haben Energie für drei und die Wohnung fühlt sich plötzlich viel zu klein an. Jeder kennt das: Man will raus, aber bloß nicht dorthin, wo alle anderen auch sind. Wilhelma? Am Sonntag oft überlaufen. Fernsehturm? Mit Kleinkind und Kinderwagen eine logistische Herausforderung. Wir Eltern stehen oft vor der Frage: “Wohin, wo es schön ist, wo die Kinder rennen können und wo wir vielleicht trotzdem einen halbwegs warmen Kaffee bekommen?”

Als Familie, die selbst viel draußen ist (und beruflich quasi auf der Wiese wohnt), haben wir über die Jahre einige Orte entdeckt, die wirklich funktionieren. Orte, an denen “Familienausflug” nicht Stress bedeutet, sondern tatsächliche Erholung. Hier sind unsere persönlichen Favoriten rund um Stuttgart und im Landkreis Böblingen – ehrlich getestet, mit Matschhosen-Garantie und Pony-Faktor.

1. Bärensee und Rotwildpark — Der Klassiker neu entdeckt

Der Bärensee ist für viele Stuttgarter “Standard”, aber man muss wissen, wie man ihn besucht, damit es entspannt wird. Der Parkplatz am Bärenschlössle ist oft voll. Unser Geheimtipp: Startet vom Parkplatz “Wildgehege” an der Magstadter Straße. Von dort läuft man erst durch den Wald, sieht oft schon das Rotwild und nähert sich dem See von der ruhigeren Seite.

  • Warum Kinder das lieben: Es ist nicht nur der See. Es ist der Wald davor. Hier können sie Stöcke sammeln, Käfer beobachten und auf Baumstämmen balancieren, bevor man überhaupt am Wasser ist. Das Rotwildgehege ist ein Magnet: “Wer sieht den Hirsch zuerst?”
  • Was Eltern wissen wollen: Der Weg um den See (ca. 3 km) ist komplett kinderwagentauglich und fast eben. Das ist Gold wert, wenn man ein Laufrad-Kind dabei hat. Im Bärenschlössle gibt es Essen, aber die Schlange ist oft lang.
  • Sicherheitstipp: Die Enten am See sind frech. Bitte erklärt euren Kindern, dass man Enten nicht mit Brot füttert (das schadet dem Wasser und den Tieren). Nehmt lieber Haferflocken oder spezielles Futter mit, wenn es unbedingt sein muss, oder beobachtet einfach nur.

Praxisbeispiel aus unserem Alltag: Wir waren letzten November dort, als es neblig war. Statt zu jammern, fanden die Kinder es “gruselig schön”. Wir haben eine “Nebel-Expedition” daraus gemacht und Tierspuren im Matsch gesucht. Das Highlight war nicht der See, sondern eine Pfütze, die aussah wie ein Herz. Manchmal sind es die kleinen Dinge.

2. Naturtheater Renningen und unser Ponyhof — Das Kultur-Natur-Paket

Okay, hier sind wir ein bisschen parteiisch, weil wir Renningen lieben. Aber die Kombination aus Naturtheater und Ponyhof ist objektiv ein genialer Tagesplan. Das Naturtheater liegt mitten im Wald (Längenbühl). Im Sommer werden dort fantastische Kinderstücke aufgeführt (“Pippi Langstrumpf”, “Räuber Hotzenplotz” etc.).

  • Der perfekte Ablauf: Vormittags ins Theater (Karten reservieren!). Danach braucht das Kind Bewegung, weil es 90 Minuten stillgesessen hat.
  • Ab in den Wald: Direkt am Theater beginnt der Wald. Man kann wunderbar Richtung Renningen spazieren.
  • Ziel Ponyhof: Viele Familien verbinden den Theaterbesuch mit einem Abstecher zu den Pferden. Selbst wenn man keine Reitstunde gebucht hat: Einfach mal am Zaun stehen, die Pferde beobachten und die frische Luft atmen, erdet ungemein.

Elternfrage beantwortet: “Ist das nicht zu viel Programm?” Kommt drauf an. Vermeiden Sie Hektik. Planen Sie eine lange Mittagspause im Wald ein. Picknickdecke auf den Waldboden, Brezeln essen. Wenn die Kinder im Wald spielen, tanken sie Energie auf, statt sie zu verlieren. Hektisch wird es nur, wenn man von Termin zu Termin hetzt.

3. Höhenpark Killesberg — Mehr als nur ein Park

Der Killesberg ist die “eierlegende Wollmilchsau” unter den Stuttgarter Ausflugszielen. Er bietet alles: Tiere, Technik, Aussicht, Spielplätze.

  • Tipp für Tierfreunde: Viele wissen nicht, dass es dort Flamingos, Alpakas, Esel und Ziegen gibt, die man kostenlos anschauen kann. Das Tiergehege ist klein, aber sehr liebevoll gepflegt.
  • Die Killesbergbahn: Ja, sie kostet Geld. Aber einmal mit der dampfenden Lokomotive durch den Park zu fahren, ist für einen Dreijährigen oft das Erlebnis des Monats.
  • Der Turm: Für schwindelfreie Eltern und ältere Kinder ist der Killesbergturm ein Muss. Er schwankt leicht im Wind (das soll so sein!). Oben hat man einen Blick bis zur Schwäbischen Alb.

Praxisbeispiel: Wir waren an einem heißen Sommertag dort. Die Wasserspiele beim “Tal der Rosen” waren die Rettung. Packt unbedingt Wechselkleidung und Handtücher ein! Kinder werden nass. Immer. Und auf dem Killesberg besonders gerne.

4. Schloss Solitude und der Planetenweg

Für Familien, die etwas lernen wollen, ohne dass es sich wie Schule anfühlt. Von der Solitude-Allee führt ein wunderschöner Weg durch den Wald, oft ist dort auch der “Planetenweg” ausgeschildert (oder Teile davon in der Nähe im Welzheimer Wald, aber hier gibt es ähnliche Lehrpfade). Der eigentliche Star ist aber der Wald hinter dem Schloss Richtung Gerlingen/Bärenschlössle.

  • Für wen geeignet: Kinder ab 5 Jahren, die schon gut zu Fuß sind.
  • Das Abenteuer: Es gibt dort viele kleine Pfade abseits der Hauptwege (“Schleichwege”), die für Kinder viel spannender sind als die breite Schotterstraße.
  • Belohnung: Der Blick vom Schloss über Stuttgart ist gigantisch. Ein perfekter Ort für ein Familienfoto.

Sicherheitshinweis: Auf der Solitude-Rennstrecke (die Straße davor) wird oft schnell gefahren. Haltet die Kinder auf dem Parkplatz gut fest, bis ihr im Schlossgarten seid.

5. Siebenmühlental — Das Paradies für Rollen

Wer Kinder hat, die gerade Inliner, Fahrrad oder Laufrad fahren lernen, muss ins Siebenmühlental (bei Leinfelden-Echterdingen/Waldenbuch). Es ist eine ehemalige Bahntrasse. Das heißt: Es ist schnurgerade, asphaltiert und hat fast keine Steigung.

  • Warum es entspannt ist: Keine Autos (außer Forstwirtschaft). Man kann die Kinder “laufen lassen”. Rechts und links ist Wald oder Wiese.
  • Einkehren: Die Eselsmühle ist unser Favorit. Dort gibt es oft Esel zu sehen, es ist urig, es gibt gutes Brot. Auch die Mäulesmühle (bekannt durchs Komede-Scheuerle) ist toll.
  • Tipp: Geht nicht Sonntagmittag um 14 Uhr. Da ist es voll wie auf der Königstraße. Geht am Samstagvormittag oder Sonntag früh um 9 Uhr. Da gehört das Tal euch allein.

6. (Bonus) Der Schönbuch und die Mammutbäume

Ein bisschen weiter südlich, aber absolut die Fahrt wert. Im Schönbuch gibt es Areale mit riesigen Mammutbäumen (Sequioas), die vor über 150 Jahren gepflanzt wurden. Für Kinder sind diese Bäume wie aus einer anderen Welt. “Guck mal, der ist dicker als unser Auto!”

  • Erlebnis: Versucht mal, mit der ganzen Familie einen Baum zu umarmen. Oft reichen die Arme nicht.
  • Grillstellen: Im Schönbuch gibt es fantastische, offizielle Grillstellen. Ein Würstchen vom Feuer schmeckt nach so einer Wanderung doppelt gut.
  • Jahreszeit: Im Herbst, wenn das Laub bunt ist, sieht es dort aus wie in Kanada (“Indian Summer”).

Tipps für einen entspannten Familienausflug (Die “Anti-Stress-Liste”)

Ausflüge scheitern meistens an zwei Dingen: Hunger und falschen Erwartungen. Hier ist unsere Checkliste:

  1. Essen rettet Laune: Packt doppelt so viele Snacks ein, wie ihr denkt. Ein hungriges Kind auf einem Wanderweg ist eine tickende Zeitbombe. Apfelschnitze, Nüsse, Brezeln.
  2. Der Weg ist das Ziel (wirklich): Wenn ihr eigentlich zum See wolltet, aber die Kinder nach 500 Metern an einem Ameisenhaufen hängenbleiben – bleibt stehen. Guckt Ameisen. Zwingt sie nicht weiter. Ein Ausflug ist erfolgreich, wenn alle glücklich sind, nicht wenn man das Ziel erreicht hat.
  3. Kleidung: Zwiebelprinzip. Und immer, immer Ersatzsocken. In Pfützen treten ist ein Naturgesetz.
  4. Klo-Management: Wisst vorher, wo Toiletten sind. Oder habt eine “Notfall-Tüte” dabei (Hundekotbeutel für Windeln etc., nichts in der Natur liegen lassen).

Warum “Rausgehen” für die Entwicklung so wichtig ist

Als Reitpädagogen sehen wir jeden Tag, wie wichtig Natur für Kinder ist. Es ist nicht nur “Frische Luft”.

  • Motorik: Ein Waldboden ist uneben. Jeder Schritt trainiert die Fußmuskulatur und den Gleichgewichtssinn. Das ist viel besser als jeder asphaltierte Schulhof.
  • Augen: In der Wohnung gucken wir immer auf kurze Distanzen (Handy, Buch, Wand). Draußen muss das Auge “umschalten” zwischen Nah (Käfer) und Fern (Turm). Das ist das beste Training gegen Kurzsichtigkeit.
  • Selbstwirksamkeit: Wenn ein Kind einen steilen Hang alleine hochklettert, lernt es: “Ich schaffe das.” Dieses Gefühl kann man nicht kaufen und nicht googeln. Man muss es erleben.

Häufige Elternfragen kurz beantwortet

“Was tun, wenn das Kind nicht laufen will?” Spiele erfinden. “Wir laufen wie Zwerge.” “Wer findet den nächsten roten Stein?” “Wir sind eine Pferdeherde und galoppieren.” Ein Kind, das “müde” ist, kann oft noch zwei Kilometer rennen, wenn es ein Spiel ist.

“Lohnt sich der Ausflug bei Nieselregen?” Ja! Dann ist der Wald leer. Die Luft ist besser. Und Regenwürmer kommen raus. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Matschhosen. Traut euch raus, wenn andere drinbleiben. Danach heißen Kakao trinken ist umso gemütlicher.

“Dürfen wir den Hund mitbringen?” An den meisten genannten Orten: Ja. Im Naturtheater während der Vorstellung natürlich nicht. Auf dem Ponyhof: Bitte vorher fragen. Viele unserer Ponys sind hundeerprobt, aber wir müssen es wissen. Im Wald gilt: In der Brut- und Setzzeit (Frühling/Sommer) bitte Leine dran, wegen der Rehe.

Also: Packt den Rucksack. Schnappt euch die Kids. Fahrt los. Stuttgart und seine Umgebung sind viel grüner und wilder, als man denkt. Und wenn ihr am Ende im Längenbühl landet und ein Pony wiehert – sagt Hallo!

Teile diesen Artikel:

Pony-Post abonnieren

Hol dir einmal im Monat die neuesten Geschichten, Termine und Angebote vom Ponyhof in Renningen direkt in dein Postfach.

Deine Daten sind bei uns sicher und werden nicht weitergegeben.