Saisonales
Pferde & Silvester: Tipps

Pferde im Stall bei Nacht an Silvester
Silvester. Ich muss zugeben, ich hab da jedes Jahr so gemischte Gefühle. Sekt? Ja gern. Raketen? Bitte nicht.
Ich weiß noch genau, mein erstes Silvester mit Napoleon. Das war vor, puh, acht Jahren? Ich stand im Stall, draußen hat’s geknallt wie im Krieg, und Napoleon stand in seiner Box, Augen wie Untertassen. Ich hab mitgezittert. Richtig mitgezittert. War wahrscheinlich hysterischer als er, wenn ich ehrlich bin.
Inzwischen haben wir, also die ganze Ponybande und ich, schon ein paar Jahreswechsel überstanden. Und ich hab was gelernt. Eigentlich hab ich VIEL gelernt. Vor allem, was man NICHT machen sollte. Hier meine Tipps aus der Praxis.
1. Licht an! Überall!
Das war so ein Aha-Moment für mich. Pferde sind Fluchttiere, klar. Und was sie besonders nervt, sind plötzliche Lichtblitze im Dunkeln. Dieses Aufblitzen-im-Nichts, das ist für die echt Horror.
Was hilft? Stall komplett ausleuchten. Bei uns brennt an Silvester alles, was Strom hat. Wenn der Stall eh schon hell ist, sind die Blitze draußen nicht mehr so kontrastreich. Macht echt einen Unterschied.
Und wenn ihr Fenster habt: Decken davor, Planen, alte Pferdedecken, egal was. Hauptsache, das Geflacker von draußen bleibt auch draußen.
2. Musik macht den Unterschied
Stille ist an Silvester keine gute Idee. Weil dann hört man jeden. Einzelnen. Knaller.
Bei uns läuft deshalb Radio. Oder eine Spotify-Playlist. Mittlerweile hab ich eine, die heißt “Pony-Silvester-Chillout”. Ja, ernsthaft. Klassik funktioniert echt gut. Aber ehrlich gesagt hör ich die Beatles auch manchmal rein. Sleepy scheint drauf zu stehen. Oder zumindest toleriert er’s.
Die Musik muss nicht laut sein. Nur laut genug, dass so ein Grundrauschen da ist. Ein Soundteppich quasi.
3. Heu, Heu und nochmal Heu
Hier kommt Biologie ins Spiel: Wenn Pferde kauen, entspannen sie sich. Das ist kein Witz, das ist einfach so verdrahtet. Kauen bedeutet “Ich bin sicher, ich kann fressen”, und das bedeutet Stresslevel runter.
Also kriegen unsere Ponys kurz vor Mitternacht nochmal ordentlich Heu. Die große Portion. Napoleon bekommt auch seine geliebten Karotten. Und Coco ein paar Extra-Rübenschnitzel. Wenn sie beschäftigt sind mit Fressen, ist alles andere nicht mehr ganz so schlimm.
4. Deine Panik ist auch ihre Panik
Das ist der schwierige Teil. Und der, wo ich früher echt schlecht drin war.
Wenn DU bei jedem Knall zusammenzuckst, dann zeigst du deinem Pferd: “Ja, da ist WIRKLICH Gefahr!” Pferde lesen uns. Die merken, wenn wir nervös sind. Mitleidiges Tätscheln (“Oh du Armer, hast du Angst?”) macht’s eher schlimmer.
Was besser funktioniert: Normal tun. So normal wie’s halt geht. Ich miste an Silvester meistens, oder ich putze irgendwas, oder ich sortier die Sattelkammer. Ich zeig den Ponys damit: “Guck, ich bin hier, ich mach mein Ding, alles ist entspannt.”
Ist das manchmal Oscar-reifes Schauspiel meinerseits? Ja. Aber es funktioniert.
5. Sicherheit, Sicherheit, Sicherheit
Ein paar praktische Sachen noch:
- Zäune checken: am besten am Nachmittag noch mal abgehen. Wenn doch mal eins in Panik gerät, muss der Zaun halten.
- Mit den Nachbarn reden: ich mach das jedes Jahr. “Hey, könntet ihr die Raketen vielleicht nicht direkt Richtung Koppel schießen?” Die meisten sind echt verständnisvoll.
- Feuerlöscher? Wisst ihr, wo der ist? Funktioniert der noch? Ich frag nur.
- Attila bleibt drin: der ist unser Nervenbündel. Bei dem reicht schon ein lauter LKW. An Silvester kommt der gar nicht erst raus.
Das war’s von mir. Ich wünsch euch und euren Vierbeinern einen möglichst entspannten Rutsch. Wir stehen Punkt Mitternacht im Stall, mit Sekt (für mich) und Karotten (für die anderen), und dann prosten wir uns zu.
Eure Sarah und Napoleon, Coco, Penelope, Sleepy, Kylo, Simon, Lennox, Pucki, Ruffy, Fiona, Chica, Balu, Attila und Quacky (ja, die Ente auch)


