Saisonales

Wetter-Plan: Ponyreiten

So bleiben Kinder, Ponys und Eltern sicher. auch wenn das Wetter verrückt spielt.

Sarah Handte 6 Min. Lesezeit
Ein Pony steht unter einem überdachten Putzplatz.

Ein Pony steht unter einem überdachten Putzplatz.

Für eilige Eltern (TL;DR)

  • Bei Wetter-Plan: Ponyreiten helfen einfache Prinzipien mehr als komplizierte Sonderwege.
  • Gute Vorbereitung im Vorfeld spart vor Ort Stress und macht Entscheidungen leichter.
  • Mit klarer Struktur wird aus einem Termin ein entspannter Tag für Kinder, Eltern und Ponys.
  • Plan B gehört immer dazu, damit Wetter oder kleine Überraschungen den Ablauf nicht kippen.

“Findet das heute statt?” Diese Nachricht bekomme ich jedes Mal, wenn der Himmel auch nur ein bisschen grau aussieht. Und ich versteh das total. Keiner will umsonst herfahren, die Kinder sind aufgeregt, das Auto ist gepackt, und dann kommt die Frage: Lohnt sich das überhaupt.

Ich verstehe das wirklich. Wetter ist am Ponyhof ein großes Thema. Wir sind draußen, wir arbeiten mit lebenden Tieren, und wir können nicht einfach den Thermostat hochdrehen. Deshalb habe ich über die Jahre ein klares System entwickelt, wann wir was machen und wann wir lieber verschieben. Das gibt euch Sicherheit und mir die Gewissheit, dass niemand gefährdet wird.

Also, hier mal unsere Wetterregeln, damit ihr immer wisst, woran ihr seid. Ich bin kein Wetteransager, aber nach 15 Jahren am Hof habe ich ein Gefühl dafür, wann es geht und wann nicht. Meistens checke ich morgens den Radar und gebe Bescheid. Lieber eine ehrliche Absage als ein halbherziger Termin, bei dem alle frieren oder schwitzen.

Kurz erklärt: Was passiert bei schlechtem Wetter?

Wir kürzen Reitzeiten, verlagern Aktivitäten unter Dach und erhöhen Pausen. Bei Gewitter oder extremer Hitze verschieben wir lieber. Sicherheit geht immer vor. Wir haben einen überdachten Putzplatz, eine Reithalle für schlechtes Wetter und genug Flexibilität, um auf spontane Wetteränderungen zu reagieren.

Regen: Wird schmutzig, macht aber nix

Ich sag mal so: Ein bisschen Regen hat noch kein Pony umgebracht. Und kein Kind. Und auch mich nicht, obwohl sich das manchmal so anfühlt, wenn ich um 7 Uhr morgens im Nieselregen die Paddocks mache und die Pferde mich angucken wie “Könntest du nicht wenigstens einen Regenschirm mitbringen.”

Letzte Woche hatten wir so einen typischen Schmuddeltag. Grau, nass, ungemütlich. Eine Mama hat mich morgens angerufen: “Sarah, sollen wir wirklich kommen?” Und ja, sie sind gekommen. Die Kleine hat Coco unter dem überdachten Putzplatz gestriegelt, wir haben ein paar kurze Runden auf dem nicht ganz so matschigen Teil gemacht, und am Ende war das Kind klatschnass, dreckig und komplett happy. Sie hat ihren Eltern erzählt, dass das die beste Reitstunde ever war, weil sie danach wie eine echte Reiterin aussah.

Das ist Ponyhof. Deal with it. Dreck gehört dazu, Regen auch. Wichtig ist nur, dass wir auf die Sicherheit achten und niemand auskühlt.

Was wir bei Regen konkret ändern: Wir nutzen den überdachten Putzplatz. Der ist bei Regen Gold wert. Hier können die Kinder in Ruhe putzen, ohne dass die Bürsten nass werden oder das Pony durchweicht. Wir halten die Reitrunden kurz. Lieber zwei kleine Runden von zehn Minuten als eine lange Einheit, bei der alle frieren. Kinder kühlen schneller aus als Erwachsene, das darf man nicht vergessen. Der Boden wird regelmäßig gecheckt. Wenn es zu rutschig wird, lassen wir es. Penelope ist einmal auf nassem Gras leicht ausgerutscht. Es ist nichts passiert, aber seitdem bin ich vorsichtiger. Ich taste den Boden ab, schaue mir die Stellen an und entscheide, wo wir reiten können.

Was wir NICHT machen: absagen, nur weil es nieselt. Wir haben Matschhosen erfunden, Leute. Regenjacken auch. Wer zum Ponyhof kommt, darf nass werden. Das ist Teil des Erlebnisses.

Elternfrage im Text beantwortet: Was soll mein Kind anziehen bei Regen? Regenjacke, Matschhose, Gummistiefel. Keine teuren Lederstiefel, die werden eh dreckig. Und ein Helm, der auch nass werden darf. Wir haben Ersatzhelme, falls euer Kind nur einen Fahrradhelm hat, der bei Nässe rutscht.

Praxisbeispiel: Letzten Herbst hatten wir eine ganze Woche Dauerregen. Wir haben die Reitzeiten halbiert und dafür mehr Zeit im Stall verbracht. Die Kinder haben gelernt, wie man Futter vorbereitet, wie man Hufe pflegt und wie man die Ponys beschäftigt, wenn sie nicht raus können. Das war pädagogisch wertvoll, auch wenn nicht geritten wurde.

Hitze: Wenn selbst Napoleon keine Lust hat

Okay, Hitze ist ein anderes Thema. Da bin ich deutlich strenger als bei Regen.

Napoleon, unser kleines Shetty, ist ja ein Pummelchen, das sage ich liebevoll. Und wenn es über 28 Grad geht, steht der nur noch im Schatten und guckt mich an wie “Vergiss es, Sarah”. Und wisst ihr was? Er hat recht. Pferde können Hitze deutlich schlechter ab als Kälte. Sie schwitzen zwar, aber nicht so effizient wie wir Menschen. Ihr dichtes Fell, besonders bei den Shetties, ist für kühle Klimazonen gemacht. Und bevor mir hier ein Pony umkippt, reiten wir halt nicht.

Unser Hitze-Protokoll ist klar strukturiert. Wir verschieben Termine auf früh morgens oder spätnachmittags. Wenn es für nachmittags 32 Grad gemeldet sind, frage ich die Eltern, ob sie um 8 Uhr morgens können oder ab 18 Uhr, wenn die Sonne tiefer steht. Um 10 Uhr bei 32 Grad auf Sleepy herumturnen ist für niemanden angenehm.

Wir erhöhen die Pausen massiv. Trinkpausen für die Kinder, Schattenpausen für die Ponys. Wir haben am Hof mehrere schattige Bereiche unter Bäumen, wo wir zwischendurch stehen bleiben. Die Kinder bekommen Wasser, die Ponys auch.

Wir beobachten die Ponys sehr genau. Kylo zum Beispiel zeigt sofort, wenn es ihm zu viel wird. Der atmet dann schneller, wird unruhig und sucht aktiv den Schatten. Das sind klare Signale, die wir ernst nehmen. Bei den ersten Anzeichen von Überhitzung brechen wir ab.

Pferdewohl geht vor

Klingt viellich hart, aber: Wenn es dem Pony zu heiß ist, reiten wir nicht. Auch wenn das Kind sich schon die ganze Woche gefreut hat. Ich weiß, das ist enttäuschend. Aber Lennox kollabieren lassen ist keine Option. Wir bieten Ersatztermine an oder machen ein alternatives Programm.

Alternativ machen wir bei Hitze manchmal ein Bodenprogramm. Pferde abspritzen, das lieben die meisten. Ich zeige den Kindern, wie man die Beine von unten nach oben kühlt, wie man den Hals nass macht und warum man den Rücken nicht mit kaltem Wasser übergießt, wenn das Pferd heiß ist. Das ist Theorie, die Spaß macht. Wir putzen im Schatten, erzählen Geschichten über die Ponys, und manchmal machen wir eine kleine Theoriestunde im kühlen Aufenthaltsraum. Ist dann halt anders, aber auch schön.

Elternfrage im Text beantwortet: Ab welcher Temperatur wird es kritisch? Ich orientiere mich an 28 Grad als Grenze. Darüber wird es für manche Ponys stressig, besonders für die mit dichtem Fell oder Übergewicht. Bei 32 Grad und mehr reiten wir grundsätzlich nicht.

Praxisbeispiel: Letzten Sommer hatten wir eine Hitzewelle mit über 35 Grad. Wir haben eine ganze Woche lang nur morgens ab 7 Uhr gearbeitet. Die Kinder fanden das spannend, weil der Hof morgens ganz anders aussieht. Die Ponys waren entspannt, und niemand hat sich beschwert. Im Gegenteil, viele Eltern waren erleichtert, dass wir so verantwortungsbewusst handeln.

Gewitter und Sturm: Da diskutier ich nicht

Das ist die eine Sache, wo ich null Kompromisse mache.

Gewitter bedeutet, wir gehen nicht raus. Punkt. Ende. Keine Ausnahme. Auch nicht, wenn das Gewitter noch weit weg ist. Pferde sind große Wesen auf einer offenen Fläche. Auf einer Weide bei Blitzschlag ist das Risiko real. Nicht mit mir. Und Sturm ist eine andere gefährliche Sache. Wenn es Äste regnet oder der Wind so stark ist, dass Dinge fliegen, will ich kein Kind auf Balu sitzen haben.

Was wir bei Gewitter konkret machen: Wir verschieben den Termin. Immer. Wenn ihr schon unterwegs seid und es plötzlich losgeht, rufe ich euch an. Falls ihr schon da seid und es plötzlich aufzieht, holen wir die Ponys sofort rein in den Stall, die Menschen gehen ins Trockene, wir machen Tee und warten ab. Manchmal wird daraus eine spontane Stallführung oder eine Theoriestunde über Pferdeverhalten bei Unwetter.

Ich sage immer: Lieber einen Termin verschieben als einen Unfall riskieren. Die Ponys gehen nirgendwo hin. Fiona steht auch nächste Woche noch da und guckt genauso frech.

Elternfrage im Text beantwortet: Was ist mit Wind ohne Sturm? Wind alleine ist meist kein Problem, solange er unter Sturmstärke bleibt. Manche Ponys werden bei Wind etwas unruhiger, weil sie weniger gut hören und ihre Instinkte hochfahren. Dann passen wir das Programm an, reiten kürzer oder bleiben in geschützten Bereichen.

Praxisbeispiel: Einmal hat sich ein Gewitter deutlich schneller entwickelt als vorhergesagt. Wir waren gerade beim Putzen, als die ersten Tropfen fielen. Ich habe die Kinder sofort in den Stall geschickt, die Ponys wurden in ihre Boxen gebracht, und wir haben den Eltern im trockenen Aufenthaltsraum erklärt, wie Pferde auf Gewitter reagieren. Die Kinder fanden das spannend, weil sie die Ponys beobachten konnten. Attila war total entspannt, Kylo etwas nervös. So haben sie live gesehen, dass jedes Tier anders reagiert.

Ein schöner Ponyhof-Tag ist ein sicherer Tag. Und dafür passt man sich dem Wetter an, nicht umgekehrt. Ruffy findet das auch. Der liegt bei Hitze sowieso nur faul im Schatten.

Sarah Handte

Achja, und noch was: Im Zweifelsfall schreibt mir einfach. Ich schaue morgens aus dem Fenster, checke die Wetter-App dreimal und kann euch meistens schon früh sagen, wie der Plan aussieht. Besser kurz nachfragen als enttäuscht vor verschlossenen Toren stehen.

Wir haben auch eine WhatsApp-Gruppe für aktuelle Wetterupdates. Wenn ihr da drin seid, bekommt ihr morgens Bescheid, falls sich was ändert. Das hat sich super bewährt, besonders im Sommer und Herbst, wenn das Wetter unberechenbar ist.

Kontakt Wetter-Update nötig?

Du bist unsicher, ob der Termin heute stattfindet? Schreib uns kurz oder ruf an. Wir geben dir ein klares Go oder bieten direkt einen Ersatztermin an. Lieber einmal zu viel gefragt als umsonst gefahren.

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