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Sicherheit

Pony-Knigge: Stallregeln für Kinder

Einfach erklärt, kindgerecht und ohne erhobenen Zeigefinger.

Sarah Handte 6 Min. Lesezeit
Ein Kind hält am Stall ein Schild „Bitte nicht füttern".

Ein Kind hält am Stall ein Schild „Bitte nicht füttern".

Okay, ich muss euch mal was erzählen. Letzte Woche kam ein Papa mit seiner Tochter zum ersten Mal auf den Hof. Die Kleine ist so begeistert auf Napoleon zugerannt, dass der sich erschreckt und fast übers Halfter gestolpert ist. Napoleon! Der sonst bei Gewitter noch gemütlich seinen Hafer frisst. Da hab ich gedacht: Sarah, du musst mal aufschreiben, was wir hier eigentlich so an Grundregeln haben.

Ponys sind grundsätzlich die liebsten Geschöpfe der Welt. Aber sie sind halt Tiere. Mit eigenen Regeln. Und wenn Kinder diese Regeln kennen, dann wird der Stallbesuch für alle entspannter. Vor allem für die Ponys, ehrlich gesagt.

Zusammengefasst: Was sind die wichtigsten Stallregeln?

Ruhig bleiben, Abstand halten, Ponys nie von hinten überraschen und nur mit Erlaubnis füttern. Klingt simpel. Verhindert aber echt die meisten Unfälle. Ich hab das in 15 Jahren vielleicht zweimal falsch gesehen, und beide Male war’s, weil jemand von hinten kam.

Die 15 wichtigsten Regeln (kindgerecht erklärt)

  1. Nicht rennen. Ponys erschrecken sich schnell. Coco zum Beispiel, die zuckt schon zusammen wenn ne Plastiktüte weht. Stellt euch vor, da kommt ein Kind angerast.
  2. Nicht schreien. Leise Stimmen bedeuten entspannte Ponys. Sleepy heisst nicht umsonst so, der schläft am liebsten im Stehen. Und das soll auch so bleiben.
  3. Nie von hinten. Immer seitlich nähern. Das ist echt wichtig. Ponys sehen hinten fast nix und treten dann aus Reflex.
  4. Abstand halten. Besonders zu fremden Pferden. Attila mag zum Beispiel nicht jeden sofort. Der braucht erst mal sein Warm-up.
  5. Nur auf Anfrage füttern. Ich weiss, Karotten geben macht Spass. Aber Balu hat mal so gierig geschnappt, dass… naja, lassen wir das.
  6. Türen und Tore schliessen. Fiona ist mal ausgebüxt weil jemand die Koppel offen gelassen hat. Das war ein Spass, die wieder einzufangen. Nicht.
  7. Helm auf beim Reiten. Ohne Ausnahme. Auch wenns nur mal kurz ist.
  8. Festes Schuhwerk. Pucki ist mir mal auf den Fuss getreten. Mit Sneakern. Au.
  9. Strick nie um die Hand wickeln. Wenn das Pony erschrickt und loszieht, wird die Hand mitgezogen. Das tut weh und ist gefährlich.
  10. Auf dem Putzplatz bleiben. Nicht rumwandern. Die Ponys wissen, wo sie stehen sollen, die Kinder sollten das auch wissen.
  11. Kein Müll liegen lassen. Ruffy frisst alles. Wirklich alles. Auch Plastik wenn man nicht aufpasst.
  12. Kein wildes Herumtoben. Der Stall ist kein Spielplatz. Okay, doch, irgendwie schon. Aber ein Spielplatz mit Regeln.
  13. Pferde nicht am Kopf anfassen. Erst an der Schulter. Die mögen das nicht wenn man ihnen gleich ins Gesicht greift. Würdet ihr ja auch nicht mögen.
  14. Erst fragen, dann streicheln. Manche Ponys wie Penelope sind super kuschelig. Kylo dagegen braucht seine Zeit.
  15. Stopp heisst Stopp. Auch wenn man neugierig ist. Wenn ich sage wir gehen jetzt nicht weiter, dann hat das nen Grund.

Warum wir da so streng sind

Hört sich jetzt alles mega streng an, oder? Ist es aber eigentlich nicht. Die meisten Regeln kommen von der FN, also von den Reitexperten, und die haben sich das nicht ausgedacht um Kinder zu ärgern.

Das Ding ist: Wenn Kinder die Regeln kennen, fühlen sie sich sicherer. Und wenn sie sich sicher fühlen, entspannen sich auch die Ponys. Das ist so ein Kreislauf. Funktioniert super, wenn mans einmal drauf hat. Simon zum Beispiel, der merkt sofort wenn ein Kind nervös ist. Und dann wird er auch unruhig. Aber wenn ein Kind ruhig und klar ist? Dann ist Simon die Ruhe selbst.

„Weisst du was? Kinder fühlen sich sicherer, wenn sie wissen, was okay ist und was nicht. Die Regeln machen den Stall nicht streng, sondern entspannt. Das kapieren die meisten Eltern erst nach ner Weile. Aber die Kinder? Die checken das sofort."

Sarah Handte

Kontakt Regeln als PDF für zuhause?

Falls ihr die Regeln zuhause mit euren Kids besprechen wollt, schickt mir kurz ne Nachricht, dann mail ich euch ne kompakte Liste. Die kann man auch ans Kinderzimmerbrett hängen. Hat eine Familie mal gemacht, fand ich super süss.

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