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Wissen

Fremde Pferde nicht füttern

Sarah Handte 5 Min. Lesezeit
Warnung vor dem Füttern fremder Pferde - Kolikgefahr

Warnung vor dem Füttern fremder Pferde - Kolikgefahr

Ich muss das jetzt mal loswerden, weil mir das echt auf dem Herzen liegt. Letzten Monat hab ich am Zaun gestanden und eine Familie beobachtet, die Coco mit Brötchen gefüttert hat. BRÖTCHEN. Die haben das mit so viel Liebe gemacht. Die Kinder waren ganz begeistert. Und ich stand da und wusste nicht, ob ich heulen oder schreien soll.

Ich weiß, ihr meint das gut. Wirklich. So ein Pony am Zaun, das guckt einen an mit diesen Augen, und man hat gerade einen Apfel dabei. Ich versteh das. Aber bitte, bitte: Lasst es sein. Was für uns ein nettes Leckerli ist, kann für Pferde der Anfang eines Albtraums sein.

Warum ich das so ernst meine

Kurz und schmerzlos: Nein. Niemals fremde Pferde füttern. Punkt.

Klingt hart, ich weiß. Aber lass mich erklären, was dahinter steckt:

  • Kolik-Gefahr: und das ist echt kein Spaß. Pferde können nicht kotzen (sorry für die deutliche Sprache, aber so ist’s). Wenn irgendwas Falsches reingeht, muss es unten raus. Und wenn’s das nicht schafft, wird’s gefährlich. Napoleon hatte vor drei Jahren eine Kolik. Ich sag euch, das waren die längsten 48 Stunden meines Lebens. Er hat überlebt, aber seitdem bin ich da echt empfindlich.
  • Allergien und Krankheiten: Penelope zum Beispiel hat Hufrehe. Die darf KEINEN Zucker. Keine Äpfel, keine Möhren, nix. Wenn jemand ihr was Süßes gibt, hat sie danach tagelang Schmerzen. Und derjenige kriegt das ja nicht mit.
  • Futterneid: Wenn ihr was über den Zaun werft, dann kämpfen die Ponys drum. Fiona hat mal einen Tritt abbekommen, weil jemand Brot reingeworfen hat. Das war nicht schön.

Die Sache mit dem Rasenschnitt

Das muss ich wirklich mal sagen

Letzte Woche hat jemand, bestimmt mit besten Absichten, einen ganzen Sack Rasenschnitt bei uns über den Zaun gekippt. Meine Güte. Ich hab’s zum Glück rechtzeitig gesehen.

Leute, Rasenschnitt ist das SCHLIMMSTE, was ihr Pferden geben könnt. Der fängt sofort an zu gären, wird warm. Und wenn die Pferde das fressen, bläht sich der Magen auf. Das kann tödlich enden, und zwar qualvoll. Ich übertreibe nicht.

Also: Rasenschnitt gehört in die Biotonne. Nicht über den Pferdezaun.

Aber ich will doch was Nettes tun...

Ich versteh das! Echt jetzt. Hier sind ein paar Alternativen:

Was geht GAR NICHT (auch wenn’s harmlos aussieht):

  • Brot (quillt auf, verstopft)
  • Rasenschnitt (gärt, bläht, tötet)
  • Gras vom Wegrand (oft gespritzt, giftige Pflanzen drin)
  • Zucker in jeder Form bei unbekannten Pferden

Was ihr stattdessen machen könnt:

  • Einfach gucken und sich freuen. Ehrlich, das ist auch schön.
  • Wenn ihr den Besitzer seht: fragen! Wir am Ponyhof freuen uns über Futterspenden, aber wir wollen die dann selbst verteilen.
  • Quacky, unsere Ente, die dürft ihr übrigens streicheln. Die meckert nur kurz und gut is.

Zum Thema Brot noch kurz: Altbackenes, steinhartes Brot in Mini-Mengen ist okay. ABER nur wenn der Besitzer sagt es ist okay. Und “steinhart” heißt nicht “ist seit gestern im Schrank”, sondern “könnte als Wurfgeschoss dienen”.

Die Kurzversion für alle, die's eilig haben

  • Nur gucken, nicht füttern!
  • Finger weg vom Zaun: Balu zwickt gern mal, nur so als Warnung.
  • Futterspenden? Gern! Aber bei uns abgeben, nicht reinwerfen.
  • NIEMALS Rasenschnitt oder Küchenabfälle: das ist keine Übertreibung, das kann Leben kosten.

Ich weiß, das klingt streng. Aber wenn ihr unsere Ponys mögt (und das tut ihr ja offensichtlich, sonst würdet ihr nicht am Zaun stehen), dann ist das Beste, was ihr tun könnt: sie gesund zu lassen. Danke. Echt jetzt. Danke.

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