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Pferdewissen

Hufrehe erkennen: Warnsignale

Wenn es vorne heiß wird: So erkennst du Hufrehe frühzeitig.

Sarah Handte 7 Min. Lesezeit
Tierarzt prüft den Puls am Huf eines Pferdes

Tierarzt prüft den Puls am Huf eines Pferdes

Letzten Sommer stand ich morgens im Stall und Coco wollte nicht rauskommen. Die stand da, alle vier Beine unter den Bauch gestellt, und guckte mich an, als würde sie sagen: Heute nicht. Ich hab sofort gewusst: Da stimmt was nicht.

Es war Hufrehe. Zum Glück ganz am Anfang. Der Tierarzt war schnell da, wir haben richtig reagiert, und Coco hat sich erholt. Aber diese fünf Minuten, wo ich nicht wusste, was los ist. Die will ich niemand anderem wünschen.

Hufrehe ist keine Kleinigkeit. Das ist ein echter Notfall. Je schneller man reagiert, desto besser die Chancen. Deshalb will ich, dass ihr wisst, worauf ihr achten müsst.

Worauf ich sofort achte

Wenn ich morgens in den Stall komme, schau ich automatisch auf ein paar Sachen. Ist mir zur Gewohnheit geworden nach dem Schreck mit Coco:

  • Der Puls am Fesselkopf: Normal spürt man da fast nichts. Wenn es pocht wie ein kleines Herz, dann Alarm.
  • Warme Hufe: Ich fass immer kurz an alle vier. Wenn die Vorderhufe deutlich wärmer sind als die Hinterhufe, nicht gut.
  • Diese typische Haltung: Pferd lehnt sich nach hinten, streckt die Vorderbeine weit vor, als würde es versuchen, das Gewicht von den Hufen zu nehmen. Das sieht falsch aus, und es fühlt sich falsch an.
  • Kein Laufen wollen: Wenn ein Pony, das sonst als Erstes rausrennt, plötzlich stehen bleibt oder nur ganz kurze, vorsichtige Schritte macht.

Bei Coco war es der Puls und die Wärme. Sie ist noch normal gelaufen, aber irgendwas hat mich stutzig gemacht. Gut, dass ich nachgeguckt hab.

Was man sofort machen kann

Bevor der Tierarzt kommt, und der muss kommen, das ist keine Frage, kann man ein paar Sachen tun:

  1. Nicht bewegen. Das ist das Wichtigste. Kein Komm, versuch mal ein paar Schritte. Jeder Schritt kann Schaden anrichten.
  2. Weicher Untergrund. Wenn möglich, ab in die Box mit dicker Einstreu oder auf Sand. Alles, was den Druck von den Hufen nimmt.
  3. Kühlen. Hufe ins Eiswasser stellen, wenn das Pony das mitmacht. Oder kaltes Wasser drüber laufen lassen. Das hilft gegen die Entzündung.
  4. Nix zu fressen geben. Erstmal gar nichts, bis der Tierarzt da ist. Kein Kraftfutter, keine Leckerlis, kein Apfel.

Der Tierarzt hat bei Coco dann Schmerzmittel gegeben und wir haben sie eine Woche auf Diät gesetzt. Hat funktioniert. Aber es hätte auch anders ausgehen können.

Warum es oft am Futter liegt

Die meisten Hufrehe-Fälle, die ich kenne, haben mit Futter zu tun. Zu viel Gras, zu schnell angeweidet, zu viel Kraftfutter. Besonders unsere Ponys sind gefährdet. Die sind von Natur aus gute Futterverwerter, wie der Tierarzt das nennt.

Napoleon ist so ein Kandidat. Der guckt Gras an und nimmt zu. Der trägt von April bis Oktober Fressbremse und kriegt nur begrenzt Weidegang. Findet er doof. Ist mir aber egal, weil Hufrehe noch doofer wäre.

Auch Übergewicht ist ein Riesenproblem. Und Stoffwechselkrankheiten wie EMS oder Cushing. Bei älteren Ponys lass ich das regelmäßig checken.

Wie wir vorbeugen

Bei uns am Hof hab ich ein paar Regeln, die nicht verhandelbar sind:

  • Weidezeiten sind festgelegt. Keine Ausnahmen.
  • Die Moppel-Ponys kriegen Fressbremsen. Punkt.
  • Kraftfutter gibt es nur, wenn es nötig ist. Nicht weil es lecker aussieht.
  • Im Frühling wird langsam angeweidet. Wochen, nicht Tage.

Klingt streng? Ist es auch. Aber seit wir das so machen, hatten wir keinen ernsthaften Hufrehe-Fall mehr. Bis auf Coco. Und da hab ich es zum Glück früh gemerkt.

Kontakt Unsicher, ob was nicht stimmt?

Lieber einmal zu viel fragen als einmal zu wenig. Bei Hufrehe zählt jede Stunde.

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