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Pferdewissen

Die besten Ponyrassen für Kinder

Welche Ponys sind besonders brav, geduldig und kinderlieb?

Sarah Handte 7 Min. Lesezeit
Ein prachtvoller schwarz-weißer Tinker mit langer Mähne auf einer Weide

Ein prachtvoller schwarz-weißer Tinker mit langer Mähne auf einer Weide

Für eilige Eltern (TL;DR)

  • Charakter vor Rasse: Ein braves Shetty ist besser als ein nervöser Tinker.
  • Tinker: Die Ruhe in Person, aber pflegeintensiv.
  • Shetties: Schlau und robust, brauchen aber konsequente Erziehung.
  • Wichtig: Das Pony muss sich überall anfassen lassen.

Welches Pony ist denn das beste für Kinder? Diese Frage höre ich mindestens einmal die Woche. Und jedes Mal muss ich erstmal tief Luft holen, weil die Antwort nicht so einfach ist.

Ich hab hier am Hof schon das bravste Shetty erlebt. Coco zum Beispiel, die schläft beim Putzen fast ein. Und ich kenne das frechste Shetty, das je geboren wurde. Napoleon, sag ich nur. Die Rasse allein sagt gar nichts. Aber ich erzähl euch trotzdem mal, welche Typen bei uns besonders gut mit Kindern klarkommen.

Die Kurzfassung für Eilige

Tinker sind meine persönlichen Favoriten. Die bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Shetties sind toll für die ganz Kleinen, können aber auch ziemlich raffiniert sein. Und Irische Reitponys sind super, wenn es etwas sportlicher werden soll. Aber ehrlich? Am Ende kommt es auf den einzelnen Charakter an, nicht auf den Rassepass.

Tinker, meine heimliche große Liebe

Ich geb es zu: Ich bin voreingenommen. Seit ich vor Jahren zum ersten Mal einen Tinker geputzt hab, mit diesen Puscheln an den Beinen, der wehenden Mähne und diesen sanften Augen, war es um mich geschehen.

Unsere Penelope ist so ein Exemplar. Schwarz-weiß gescheckt, sieht aus wie aus einem Märchenbuch gesprungen. Und das Temperament? Ich hab mal versehentlich neben ihr den Schubkarren umgeworfen. Sie hat mich angeguckt, als wollte sie sagen: Echt jetzt? Und weiter gefressen. Das war alles.

Für ängstliche Kinder sind Tinker Gold wert. Die strahlen eine Ruhe aus, die ansteckend ist. Einziger Nachteil: Die Fellpflege. Diese Beinbehänge werden im Matsch zu… na ja, ihr könnt es euch vorstellen.

Warum ich Eltern oft Tinker empfehle

Bei uns im Hof hab ich oft Kinder, die sich erst mal gar nicht trauen. Die stehen am Zaun und gucken nur. Wenn ich dann mit Lennox ankomme, unserem Therapie-Tinker, passiert meistens was Magisches. Irgendwas an diesen Pferden nimmt die Angst.

Shetties, klein aber oho

Ach, Shetties. Wo soll ich anfangen.

Also: Shetland Ponys sind perfekt für kleine Kinder. Die Fallhöhe ist gering, das beruhigt Eltern. Und die Ponys sind unglaublich robust. Aber, und das ist ein großes Aber, Shetties sind auch schlau. Sehr schlau. Manchmal zu schlau.

Kylo zum Beispiel. Der hat rausgefunden, wie man Türklinken öffnet. Und wie man Fressbremsen ablegt. Und wie man den Heunetzen den Knoten aufmacht. Der Kerl ist quasi ein vierbeiniger Einbrecher.

Für Kinder heißt das: Ein Shetty fordert einen heraus, konsequent zu sein. Das ist eigentlich super, Kinder lernen, sich durchzusetzen. Aber manchmal ist das Shetty einfach cleverer. Da muss man als Erwachsener schon ein Auge drauf haben.

“Ein gutes Kinderpony erkennst du nicht am Rassepass. Du erkennst es daran, wie es reagiert, wenn ein Kind zum zehnten Mal den Hufkratzer fallen lässt und es immer noch geduldig stehen bleibt.”

Sarah Handte

Irische Reitponys & Welsh Ponys, wenn es sportlicher sein darf

Unser Simon ist ein Irisches Reitpony. Größer als die Shetties, eleganter, und mit so einem sanften Wesen, dass er sich manchmal von Chica, unserem kleinsten Shetty, herumkommandieren lässt.

Irische Reitponys sind toll, wenn die Kinder schon etwas größer sind und mehr wollen als nur gemütlich im Schritt durch die Gegend zu bummeln. Sie sind menschenbezogen, lernen gern, und haben meistens ein ausgeglichenes Gemüt.

Und was ist mit Welsh Ponys? Die sieht man in Reitschulen oft. Warum? Weil sie wunderschön sind (fast wie kleine Araber-Pferde) und tolle Gänge haben. Aber Vorsicht: Welsh Ponys haben oft viel “Go”. Sie sind intelligent und wollen beschäftigt werden. Für ein Kind, das schon ein bisschen Erfahrung hat, sind sie wie ein Sportwagen – macht riesig Spaß, will aber mit Gefühl gesteuert werden.

Expertentipp: Das Deutsche Reitpony

Wenn dein Kind später mal Turniere reiten möchte, ist das Deutsche Reitpony die erste Wahl. Die sind darauf gezüchtet, wie “große Warmblüter im Taschenformat” zu sein. Super brav im Umgang, aber mit genug Power für Dressur und Springen.

Welches Pony für welchen Lerntyp?

In meiner Arbeit am Hof schaue ich nicht nur auf die Größe, sondern auf das, was das Kind gerade braucht:

  • Der Ruhepol (Tinker): Perfekt für Kinder, die im Alltag viel Stress haben oder ängstlich sind. Die Ruhe von Lennox erdet sie sofort.
  • Der Lehrer (Shetty): Ideal für Kinder, die lernen müssen, klar und konsequent zu sein. Ein Shetty merk sofort, wenn du es nicht ernst meinst – und bleibt einfach stehen.
  • Der Sportpartner (Reitpony): Für Kinder, die Herausforderungen lieben und körperlich gefordert werden wollen.

Was wirklich zählt

Sarah's ehrlicher Check

Egal welche Rasse auf dem Papier steht: Ein gutes Kinderpony ist ein ausgebildetes Pony. Ein “rohes” Pferd, das noch nichts kennt, gehört nicht in Kinderhände, egal wie lieb die Rassebeschreibungen im Internet klingen.

Jetzt mal Hand aufs Herz: Ich kenne Haflinger, die sind wie Lämmer mit Kindern. Und ich kenne Welsh Ponys, die haben es faustdick hinter den Ohren. Die Rasse gibt dir eine grobe Richtung. Mehr nicht.

Wenn ihr ein Pony für eure Kinder sucht, achtet auf:

  1. Reaktion auf Überraschungen: Klatscht mal in die Hände. Lasst jemand was fallen. Wie reagiert das Pony?
  2. Lässt es sich überall anfassen? Ohren, Beine, Bauch. Ein gutes Kinderpony sollte nirgends empfindlich oder zickig sein.
  3. Guckt es zu den Kindern hin? Ponys, die Interesse an Menschen zeigen, sind meistens auch geduldig mit kleinen Reitern.

Und das Allerwichtigste: Nehmt euch Zeit beim Kennenlernen. Kein seriöser Verkäufer drängt euch zu einer schnellen Entscheidung.

Kontakt Wollt ihr unsere Truppe kennenlernen?

Kommt vorbei und findet selbst raus, ob euer Herz für Tinker, Shetties oder was ganz anderes schlägt. Schaut euch vorher unsere Ponys und Pferde an – unsere Truppe freut sich über jeden Besuch. Besonders, wenn Karotten dabei sind.

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