Pferdewissen
Pferdesprache für Kinder
Kleine Signale, große Wirkung: So lernen Kinder, Ponys richtig zu lesen.

Nahaufnahme eines Ponykopfs mit gut sichtbaren Ohren.
Stellt euch das vor: Da steht so ein Pony. Sagt nix. Hat ja auch keine Worte. Aber es REDET trotzdem die ganze Zeit. Mit den Ohren. Mit dem Schweif. Mit den Augen. Mit allem.
Das Coole ist: Wenn man diese Sprache lernt, ist man quasi ein Pony-Flüsterer. Die Kinder bei uns lieben das. “Ich kann Pferdesprache!” rufen die dann stolz. Und ja, können sie. Zumindest die Basics.
Die Kurzversion
Ohren nach vorne bedeutet “Oh, interessant!” Ohren flach nach hinten bedeutet “Geh weg, bitte.” Locker schwingender Schweif heißt alles entspannt. Schweif, der peitscht, heißt irgendwas stimmt nicht. Hab ich’s eilig? Das war’s im Groben.
Die Ohren, das wichtigste Werkzeug
Die Ohren sind wie die Augenbrauen beim Menschen. Die zeigen ALLES.
Nach vorne gerichtet: Das Pony guckt hin, hört hin, ist interessiert. Napoleon macht das immer, wenn er Futterschritte hört. Diese gespitzten Ohren nach vorne, so: “ENDLICH!”
Zur Seite gedreht: Das Pony lauscht. Auf verschiedene Dinge gleichzeitig vielleicht. Sleepy macht das oft. Der scannt quasi die Umgebung. Rechtes Ohr zu mir, linkes Ohr zum Traktor hinten. Multitasking.
Flach nach hinten angelegt: OH OH. Das heißt “STOPP. Komm nicht näher.” Das ist keine Einladung. Bei Attila sieht man das manchmal, wenn ihm was nicht passt. Dann geh ich einen Schritt zurück und warte, bis er sich entspannt. Das ist kein böses Pony, das ist ein Pony, das “Nein” sagt. Und “Nein” respektieren wir.
Der Schweif, die Stimmungsanzeige
Der Schweif ist wie so ein Stimmungsbarometer.
Locker, pendelt ruhig hin und her: Entspannt. Alles easy. Lennox hat so einen wunderbar entspannten Schweif beim Grasen. Der hängt da einfach und schwingt ein bisschen im Wind.
Peitscht schnell hin und her: Stress! Oder Fliegen. Oder beides. Chica macht das im Sommer viel, wenn die Bremsen nerven. Aber wenn keine Fliegen da sind und der Schweif trotzdem peitscht, dann ist was anderes los.
Eingeklemmt: Unsicherheit. Angst. Kylo macht das manchmal bei lauten Geräuschen. Dann klemmt er den Schweif zwischen die Hinterbeine. Das heißt: “Ich hab Schiss.” Dann reden wir beruhigend und warten.
Die Augen und das Gesicht
Die Augen und die Nase (Nüstern) sind für die Profis unter den Pony-Flüsterern.
Weiche, blinzelnde Augen, entspannter Hals: Alles prima. Fiona sieht oft so aus, so ein zufriedenes “Das Leben ist schön”-Gesicht. Coco auch, wenn sie gekrault wird.
Weit aufgerissene Augen, Weißes sichtbar: Alarm! Das Pony ist nervös oder erschrocken. Bei Pucki sieht man das manchmal, wenn was Neues passiert. Da werden die Augen riesig.
Die Nüstern (Nase): Sind sie ganz schmal und fest? Dann passt dem Pony was nicht. Sind sie weit und flattern sie? Dann ist es aufgeregt (vielleicht weil Napoleon gerade an den nächsten Eimer denkt).
Das Maul: Hängende Lippe & Nachdenk-Kauen: Achtet mal auf Simon. Wenn der entspannt ist, hängt seine Unterlippe ein bisschen runter. Das sieht fast ein bisschen lustig aus, heißt aber: “Mir geht’s super.” Und wenn ein Pony kaut, obwohl es gar nichts frisst (wir nennen das Nachdenk-Kauen), dann verarbeitet es gerade etwas, was es gelernt hat – oder lässt gerade den Stress los. Das ist ein supergutes Zeichen!
Das 'Zittern' der Lippe
Wenn ein Kind ein Pony an einer Stelle krault, die es besonders liebt, fängt die Oberlippe oft an zu zappeln und sich nach oben zu ziehen. Das ist wie ein breites Lachen bei uns – pure Pferdefreude!
Wie ich's den Kindern beibringe
Ich mach immer so ein Spiel draus. Wir stellen uns hin und beobachten die Ponys auf der Weide. Und dann sag ich: “Was erzählt uns Balu gerade?”
Und die Kinder überlegen. “Ähm, die Ohren sind so zur Seite, und der Schweif ist ruhig, und er kaut…”
“Genau! Und was heißt das?”
“Der ist… zufrieden?”
“Bingo!”
Manchmal machen wir auch das Gegenteil: Ich sage “Zeigt mir mal, wie ein erschrockenes Pony aussieht!” Und dann machen die Kinder große Augen und strecken die Arme hoch (für “Ohren nach oben”) und es wird gekreischt und gelacht. Aber sie merken sich’s.
Simon ist übrigens perfekt zum Üben, weil der so geduldig steht. Da können die Kinder ganz nah ran und genau hingucken. “Guck mal, seine Unterlippe zittert!” Ja, das macht er, wenn er entspannt ist. Kleines Detail, große Wirkung.
Wenn Kinder Pferdesprache verstehen, entsteht sofort mehr Ruhe, beim Pony UND beim Kind. Weil beide sich verstanden fühlen.
Kontakt Pferdesprache live lernen?
Wir erklären euch die Signale direkt am Pony. Ruhig, kindgerecht und mit viel Geduld. Und ja, es darf auch gelacht werden.


