Ratgeber
Putzen wie ein Profi in 5 Minuten
Die richtige Reihenfolge, die richtigen Bürsten und warum 5 Minuten reichen.

Ein achtjähriges Kind putzt an einem sonnigen Tag ein braunes Pony mit einer Wurzelbürste
Ich sehe es jede Woche: Kinder stehen vor dem Putzkasten und gucken rein wie in eine Schatzkiste. „Was ist DAS?" fragen sie und halten den Hufkratzer hoch. Oder den Schweifkamm. Oder den Striegel. Alles sieht wichtig aus, aber wo fängt man an?
Die 5 Bürsten, die du brauchst
Bevor wir zur Reihenfolge kommen: Was ist überhaupt in so einem Putzkasten drin? Und wofür ist das alles?
| Bürste | Aussehen | Wofür |
|---|---|---|
| Striegel | Rund, mit Gummi-Noppen oder Plastik-Lamellen | Groben Dreck lösen, Massage, nur auf muskulösen Stellen |
| Kardätsche | Oval, mit weichen dichten Borsten | Feinstaub entfernen, für den ganzen Körper inkl. Kopf |
| Wurzelbürste | Klein, harte Borsten | Beine und Hufe sauber machen |
| Hufkratzer | Metallhaken mit Griff | Hufe von innen auskratzen |
| Mähnenkamm | Plastikkamm mit groben Zinken | Mähne und Schweif entwirren |
Das ist die Grundausstattung. Es gibt noch Schwämme, spezielle Fell-Handschuhe und Sprühzeug, aber die fünf oben reichen für den Anfang vollkommen aus.
Die richtige Reihenfolge
Es gibt eine Reihenfolge, die logisch ist, und es gibt die Reihenfolge, die Kinder instinktiv nehmen. ::ContentProcessCycle
title: Putz-Reihenfolge steps:
- Striegel: In Kreisen über Hals, Schulter, Rücken, Kruppe. Löst groben Dreck und massiert
- Kardätsche: In Fellrichtung über den ganzen Körper, auch Kopf und Beine. Nimmt den gelösten Staub auf
- Wurzelbürste: Kurze feste Striche an den Beinen. Dreck und Matsch entfernen
- Hufkratzer: Jeden Huf einzeln auskratzen, von hinten nach vorne. Neben dem Pony stehen!
- Mähnenkamm: Mähne und Schweif vorsichtig durchkämmen. Bei Knoten nicht reißen!
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Warum diese Reihenfolge? Der Striegel holt den Dreck aus dem Fell hoch. Die Kardätsche bürstet ihn dann weg. Wenn du zuerst mit der Kardätsche drübergehst, drückst du den Dreck nur tiefer rein. Das ist wie bei uns Menschen: Erst die Haare kämmen, dann bürsten, nicht andersrum.
Wo du aufpassen musst
Nicht jede Stelle am Pferd verträgt jede Bürste. Das ist der wichtigste Punkt, den Kinder lernen müssen.
Striegel: Nur auf muskulösen Stellen. Hals, Schulter, Rücken, Hinterteil. NICHT an den Beinen, NICHT am Kopf, NICHT am Bauch. Da sind Knochen nah an der Haut, und der Striegel tut weh. Ich sage den Kids immer: „Striegel nur da, wo viel Fleisch ist." Das merken sie sich sofort.
Kardätsche: Überall. Die weiche Bürste darf über den ganzen Körper, inklusive Kopf und Beine. Aber immer in Fellrichtung. Gegen das Fell fühlt sich für das Pony an wie falsch herum Haare kämmen.
Wurzelbürste: Nur Beine. Manche Kinder nehmen die Wurzelbürste für den Bauch, weil die härteren Borsten den Matsch besser runterkriegen. Aber der Bauch ist empfindlich. Lieber mit der Kardätsche sanft drübergehen.
Hufe: Seitlich stehen. Beim Hufekratzen steht man immer NEBEN dem Pony, nie direkt dahinter. Man hebt den Huf an und kratzt von hinten nach vorne, also von der Ferse zur Zehe. Nie umgekehrt, weil man sonst in den Strahl reindrückt.
Die 5-Minuten-Methode
Ja, fünf Minuten reichen aus, wenn du weißt was du tust. Hier der Speed-Run.
Minute eins: Striegel, beide Seiten, große kreisende Bewegungen. Du musst nicht jeden Fleck erwischen, nur den groben Dreck lösen. Minute zwei: Kardätsche, in langen Strichen über den ganzen Körper. Minute drei: Beine mit der Wurzelbürste, schnell und gründlich. Minute vier: Alle vier Hufe auskratzen. Minute fünf: Mähne durchkämmen, Gesicht mit der Hand oder einem weichen Tuch abwischen.
Das ist die Profi-Version. Anfänger brauchen fünfzehn bis zwanzig Minuten, und das ist völlig in Ordnung. Aber nach ein paar Wochen Übung geht es immer schneller.
Bei uns am Hof haben die Kinder manchmal einen kleinen Wettbewerb: Wer putzt am gründlichsten in der kürzesten Zeit? Nicht als Stress, sondern als Spiel. Napoleon steht dabei und genießt die Aufmerksamkeit, egal ob es drei Minuten oder zwanzig dauert.
Typische Anfängerfehler
Zu fest striegeln. Kinder denken: je fester, desto sauberer. Stimmt nicht. Der Striegel massiert, er kratzt nicht. Wenn das Pony den Kopf hebt, die Ohren anlegt oder weggehen will, ist es zu fest. Ich zeige immer am eigenen Arm, wie sich der richtige Druck anfühlt.
Gegen das Fell bürsten. Streich mal jemandem gegen die Haare. Unangenehm, oder? Für Pferde genauso. Immer in Richtung, in die das Fell wächst.
Hufe mit Gewalt anheben. Das Pony hebt den Huf, wenn es bereit ist. Man streicht sanft am Bein herunter und macht eine leichte Bewegung am Fesselbereich. Dann hebt die meisten Ponys den Huf von allein. Wenn nicht, nochmal versuchen, nicht zerren.
Den Schweif bürsten wie Menschenhaar. Pferdehaare im Schweif wachsen langsam nach. Wenn man den Kamm durchreißt, reißt man Haare raus, und die fehlen monatelang. Immer von unten nach oben kämmen, Strähne für Strähne, Knoten mit den Fingern lösen.
Putzen ist keine Pflicht, die man vor dem Reiten erledigen muss. Putzen IST das Reiten. Also ein großer Teil davon. Wer sein Pony nicht kennt, kann es nicht reiten. Und Kennenlernen geht über die Hände.
Kit-Empfehlung
Für den eigenen Putzkasten zu Hause oder als Geschenk braucht man nicht viel. Ein Grundset mit Striegel, Kardätsche, Hufkratzer und einem Mähnenkamm gibt es schon ab fünfzehn Euro. Dazu eine stabile Kiste oder eine Tasche, und fertig.
Wichtig: Bei Kindern auf kleine Griffe achten. Erwachsenenbürsten sind oft zu groß für Kinderhände. Es gibt spezielle Kinderputzsets, die ergonomisch für kleine Hände gemacht sind. Kostet vielleicht fünf Euro mehr, aber das Kind hat mehr Kontrolle und mehr Spaß.
Und noch was: Der Putzkasten ist persönlich. Jedes Kind bei uns am Hof weiß, wo SEIN Putzkasten steht. Das ist wie ein eigenes Werkzeugset. Es gibt Verantwortung und Stolz. „Das ist MEIN Striegel." Das klingt nach nichts, aber für ein Sechsjähriges ist das ein großes Ding.
Kontakt Putzen lernen am Hof
Dein Kind will lernen, wie man ein Pony richtig putzt? Komm zum Ponyhof Renningen. Wir zeigen alles in Ruhe und mit viel Geduld. Und danach riecht dein Kind nach Stall und ist glücklich.


