Ratgeber
Ponyreiten oder Reitschule?
Die große Frage: Soll mein Kind zum gemütlichen Ponyhof oder gleich in die klassische Reitschule? Hier ist die ehrliche Antwort.

Vergleich Ponyhof und Reitschule - Was ist besser für Kinder?
Also, die Frage krieg ich bestimmt dreimal die Woche. Mindestens.
Letzte Woche stand eine Mama bei mir am Paddock. Die kleine Emma hing schon halb über dem Zaun und hat Coco beobachtet. Da fragt sie: „Sarah, sag mal ehrlich. Sollen wir hierherkommen oder doch lieber gleich in nen richtigen Reitverein?"
Tja. Ehrlich?
Kommt drauf an.
Ich weiss, das ist keine befriedigende Antwort. Aber es ist die richtige. Lass mich erklären.
Der grundlegende Unterschied
Ponyhof (wie bei uns)
Unser Motto ist quasi: “Erstmal ankommen, Tiere kennenlernen, Beziehung aufbauen”
Was das heisst:
- Kleine Gruppen, bei mir maximal 4-6 Kinder, oft weniger
- Ich seh jedes Kind, nicht nur die Gruppe
- Der Fokus liegt auf dem Tier, nicht auf der perfekten Haltung
- Wir lernen spielerisch. Manchmal chaotisch, aber immer mit Herz
- Familiäre Atmosphäre. Ich kenn alle Kinder beim Namen (und deren Eltern, und deren Hunde manchmal auch)
Klassische Reitschule
Deren Motto: “Reiten lernen nach Plan und System”
Was das heisst:
- Grössere Gruppen, oft 8-12 Kinder in einer Abteilung
- Strukturierter Reitunterricht mit Lehrplan
- Fokus auf korrekter Technik und Haltung
- Klare Lernziele, Abzeichen, Prüfungen
- Eher sportlich-professionelle Atmosphäre
Wichtig: Beides kann richtig sein. Es sind einfach zwei verschiedene Ansätze. Ich hab nix gegen Reitschulen. Manche Kinder gehören da hin. Andere zu mir.
Die 5 wichtigsten Entscheidungskriterien
1. Alter des Kindes
Ponyhof ab 3 Jahren Napoleon und Pucki, unsere Kleinsten, sind perfekt für die Minis. Geführtes Reiten, Pony streicheln, vielleicht mal ne Karotte geben. Das reicht am Anfang völlig.
Reitschule ab 6-8 Jahren Die meisten Reitschulen nehmen Kinder erst ab Grundschulalter. Und das hat nen Grund: Für 45-60 Minuten Gruppenunterricht braucht man schon ordentlich Konzentration.
Mein Tipp: Wenn dein Kind unter 6 ist, fang hier an. Mit 7-8 kannst du dann überlegen ob ne Reitschule Sinn macht, oder ob ihr einfach bei uns bleibt. Viele bleiben.
2. Charakter des Kindes
Eher schüchtern? Braucht viel Sicherheit? Dann Ponyhof. Definitiv. Sleepy und Penelope sind super geduldig, die kleinere Gruppe gibt Sicherheit, und ich hab Zeit für jedes Kind. Letztens hatte ich einen Jungen, der hat die ersten drei Stunden nur daneben gestanden und zugeguckt. Vierte Stunde? Sass er auf Coco und hat gestrahlt.
Ehrgeizig? Liebt Wettkämpfe? Dann Reitschule. Da gibts Abzeichen, Turniere, Pokale. Das kann ich nicht bieten. Will ich auch gar nicht.
Liebt Tiere über alles? Dann Ponyhof. Bei uns steht die Beziehung im Vordergrund. Hier wird auch mal nur geputzt und gekuschelt. Ruffy und Chica kriegen dann extra Streicheleinheiten.
Will “richtiges” Reiten lernen? Dann Reitschule. Strukturierter Unterricht, klarer Lehrplan, schnellerer Fortschritt in der Technik.
3. Was ist das Ziel?
“Mein Kind soll Spass haben und ne schöne Zeit mit Tieren verbringen.” Dann Ponyhof. Genau dafür sind wir da.
“Mein Kind soll reiten lernen für Turniere oder als Sport.” Dann Reitschule. Da gehört es hin.
“Ich weiss noch nicht ob Reiten was für uns ist.” Dann Ponyhof. Kommt vorbei, schnuppert mal. 25 Euro, kein Vertrag, kein Stress.
“Mein Kind braucht therapeutische Förderung.” Dann Ponyhof mit Reittherapie. Das mach ich auch. Kylo und Simon sind meine Therapieponys, die spüren was die Kinder brauchen.
4. Zeit und Flexibilität
Ponyhof:
- Termine machen wir so wie’s passt
- Mal absagen? Kein Problem, ruf halt vorher an
- Keine Verträge, ihr kommt wenn ihr kommt
Reitschule:
- Fester Kurs, z.B. jeden Mittwoch 16 Uhr
- Halbjahres- oder Jahresverträge üblich
- Verbindlicher, was auch Vorteile hat, keine Frage
5. Kosten
Ponyhof:
- Bei mir 25-30 Euro pro Stunde
- Bezahlen wenn ihr da seid
- Flexibel
Reitschule:
- Ca. 60-100 Euro im Monat für 4 Gruppenstunden
- Oft Vertragsbindung
- Pro Stunde günstiger, aber halt nicht individuell
Die ehrliche Wahrheit
Was bei uns besser ist
- Individuelle Betreuung, ich seh dein Kind
- Kleine, ruhige Ponys. Balu, Napoleon, Pucki sind alle super für Anfänger
- Flexibel und unverbindlich
- Kind lernt ganzheitlich (nicht nur reiten, auch Verantwortung, Empathie, Ruhe)
- Weniger Druck, mehr Spass
Was bei uns nicht so ist:
- Weniger strukturiert (okay, manchmal chaotisch)
- Keine Turniere oder Abzeichen
- Dein Kind lernt vielleicht langsamer „richtig" zu reiten
Was in der Reitschule besser ist
- Professioneller, strukturierter Reitunterricht
- Klare Lernziele und Abzeichen
- Vorbereitung auf Turniere
- Grössere Auswahl an Pferden
- Vereinsstruktur, Gemeinschaft
Was in der Reitschule nicht so ist:
- Grössere Gruppen, weniger individuelle Aufmerksamkeit
- Kann schüchterne Kinder überfordern
- Weniger Flexibilität
- Manchmal fühlt sichs an wie Fliessband (nicht überall, aber manchmal)
Eine sinnvolle Kombination
Mein Geheimtipp: Du musst dich gar nicht für immer entscheiden.
So machen es viele Familien:
-
Start am Ponyhof (ein halbes Jahr bis Jahr) Kind lernt Tiere kennen, baut Vertrauen auf, hat Spass mit Fiona und den anderen
-
Später Wechsel zur Reitschule (ab 7-8 Jahren) Wenn das Kind sicher ist und mehr will
-
Oder: beides parallel Reitschule unter der Woche, Ponyhof am Wochenende zum Runterkommen
Das sagen Eltern: “Wir haben mit 4 Jahren bei Sarah angefangen. Mit 8 ist unsere Tochter dann in den Reitverein gewechselt. Aber sonntags kommt sie immer noch zum Ponyhof, als Ausgleich. Die Ponys fehlen ihr sonst.”. Familie Weber, Magstadt
Entscheidungshilfe: 5 Fragen
Beantworte mal ehrlich:
-
Wie alt ist dein Kind? Unter 6? Ponyhof. Über 7? Beides möglich.
-
Was ist wichtiger: Spass oder Leistung? Spass? Ponyhof. Leistung? Reitschule.
-
Wie ist dein Kind so drauf? Schüchtern? Ponyhof. Ehrgeizig? Reitschule.
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Habt ihr Zeit für feste Termine? Eher nicht? Ponyhof. Ja klar? Reitschule.
-
Weiss dein Kind schon sicher dass es reiten will? Noch unsicher? Ponyhof zum Schnuppern! Total sicher? Beides.
3x oder mehr Ponyhof? Komm erstmal zu uns. 3x oder mehr Reitschule? Such dir ne gute in der Nähe.
Was wenn ich es bereue?
Gar kein Stress.
- Vom Ponyhof zur Reitschule wechseln geht easy
- Andersrum auch (ja, das passiert, manche Kinder kommen zurück weil ihnen der Leistungsdruck zu viel war)
- Ihr könnt jederzeit wechseln oder beides machen
Meine ehrliche Meinung: Für die meisten Kinder ist der Ponyhof ein guter Start. Lennox, Attila, Coco, die sind geduldig, die verzeihen Fehler, die machen keinen Stress. Hier können Kinder ankommen ohne Druck. Wenn sie dann irgendwann sagen „Mama, ich will mehr!" dann ab in die Reitschule. Aber dieser entspannte Anfang? Der ist Gold wert.
Häufige Fragen
Ab wann sollte mein Kind in eine Reitschule? Frühestens 6-7, besser ab 8. Davor fehlt oft die Konzentration für Gruppenunterricht.
Kann mein Kind beides machen? Klar. Viele machen das so.
Ist Ponyhof nur „Spielerei"? Nö. Die Kinder lernen auch bei mir zu reiten. Nur halt anders. Spielerischer. Individueller.
Wo lernt mein Kind schneller reiten? Technisch? In der Reitschule. Aber Beziehung zum Tier und Spass sind auch wichtig fürs Reiten. Und das lernt man hier.
Fazit
Die Antwort: Es gibt kein „besser", nur ein „besser für DEIN Kind"
Wenn du unsicher bist:
- Buch ne Schnupperstunde bei mir (25 Euro)
- Schau wie dein Kind reagiert, auf Napoleon, auf Coco, auf den ganzen Hof
- Hat es Spass? Weitermachen
- Will es mehr? Später Reitschule dazu
Und vor allem: Hör auf dein Kind. Die wissen meistens selbst am besten was sie brauchen.
Noch Fragen? Ruf einfach an! Sarah | 01575 9666733


