Ratgeber
Kinderreitstunden — Kosten & Preise verständlich erklärt
Was kosten Reitstunden für Kinder wirklich? Gruppenkurse, Einzelunterricht, Schnupperstunden und die versteckten Posten.

Kinder versammeln sich am Putzplatz, ein Elternteil zahlt an der Anmeldung
Für eilige Eltern (TL;DR)
- Die Kosten für Kinderreitstunden hängen von Format, Dauer und Betreuungsrahmen ab.
- Wichtiger als der niedrigste Preis ist ein Angebot, das zu deinem Kind passt.
- Frag immer nach, was enthalten ist, damit du realistisch vergleichen kannst.
- Ein transparenter Aufbau spart später Stress bei Planung und Budget.
„Was kostet das Ganze eigentlich?“ — diese Frage höre ich mindestens so oft wie „Ab welchem Alter können Kinder reiten?“. Die Antwort ist: Es kommt darauf an. Auf die Region, die Art der Stunde, das Alter des Kindes, die Gruppengröße, die Qualifikation der Trainer:innen und auf versteckte Posten, die man oft erst später sieht. In diesem Artikel breche ich die Preistypen herunter, erkläre, was im Preis drin sein sollte, was nicht, und gebe euch praktische Spartipps sowie eine Checkliste für Vertragsfallen.
Ich schreibe aus 15 Jahren Praxiserfahrung als Hofbetreiberin: was ich häufig erlebe, welche Modelle sich rechnen und wo Familien Fehlkäufe vermeiden können.
Typische Preisbereiche (Übersicht)
Die Preise variieren stark, hier eine grobe Orientierung — je nach Region und Angebot:
- Schnupperstunde (1x): 20–45 €
- Gruppenstunde (45–60 Min., pro Kind): 20–40 €
- Einzelunterricht (30–45 Min.): 35–70 €
- Monatspauschalen / Abo (4 Wochenstunden): 80–140 €
- Ferienkurs (Tageskurs, inkl. Betreuung): 35–90 € pro Tag
Elternfrage im Fließtext: Warum sind Einzelstunden so viel teurer? Weil sie persönliche Betreuung, individuelle Korrektur und höhere Auslastung für das Personal erfordern. Ein:e Trainer:in kann nur ein Kind intensiv betreuen — das kostet Zeit und Know‑how.
Woraus setzt sich der Preis eigentlich zusammen?
Viele denken, das Pferd „kostet“ nur beim Heu. In Wahrheit steckt viel mehr drin:
- Pferdehaltung: Futter, Einstreu, Hufschmied, Impfungen, Tierarzt, Stallunterhalt.
- Personal: Trainer:innen, Stallpersonal, Pädagogische Betreuung — der größte Posten.
- Infrastruktur: Reithalle, Putzplatz, Longierzirkel, Zäune, Versicherung, Strom, Wasser.
- Ausbildung & Qualifikation: Fortbildungen, Lizenzen, Fortlaufende Supervision.
- Versicherung & Haftpflicht: Betriebshaftpflicht, Versicherung für Reiterunfälle (oft nicht komplett abgedeckt).
- Verwaltung & Organisation: Stundenplanung, Abrechnungen, Kommunikation, Ersatztermine.
Praxisbeispiel: Bei uns macht die Pferdehaltung (Futter & Huf) ungefähr 30% des Gesamtbudgets aus; Personal ist in der Regel der größte Kostenblock.
Gruppenstunde vs. Einzelstunde — was bekomme ich wofür?
Gruppenstunde (Preisvorteil):
- Vorteil: Sozialer Umgang, günstigere Kosten pro Kopf, rhythmische Abläufe.
- Nachteil: Weniger individuelle Korrektur, Leistungssprung langsamer.
Einzelstunde (Premium):
- Vorteil: Maßgeschneiderte Ziele, schnellerer Fortschritt, therapeutische/therapieunterstützende Arbeit möglich.
- Nachteil: Höherer Preis.
Elternfrage im Fließtext: Ab wann lohnt sich Einzelunterricht? Wenn das Kind sehr ambitioniert ist, motorische Defizite hat oder eine therapeutische Zielsetzung verfolgt wird. Für die meisten Anfänger sind Gruppenstunden effizienter und sozial wertvoll.
Pauschalmodelle, Abos und Preismodelle erklärt
Viele Höfe bieten heute Abo‑ oder Pauschalmodelle an. Das hat Vorteile, aber auch Fallstricke.
- Monatspauschale: Fester Betrag für eine feste Wochenstunde pro Monat. Vorteil: Planbarkeit, meistens günstiger pro Stunde. Nachteil: Kündigungsfristen beachten.
- Blockbuchungen: 10er‑Karte für einen Rabatt. Vorteil: Flexibilität und meist netto günstiger. Nachteil: Verfallsdaten prüfen.
- Probe- oder Schnupperpakete: 1–3 Einheiten zu einem Sonderpreis. Gut, um das Kind zu testen.
- Familienrabatte: Manche Höfe geben Rabatt ab dem zweiten Kind oder bei mehreren gebuchten Stunden.
Wichtiger Hinweis: Achtet auf Kündigungsfristen, Umtauschanforderungen (z. B. wie viele Ersatztermine möglich sind) und ob der Beitrag bei Krankheit oder Urlaub erstattet wird.
Was gehört in einen fairen Leistungsumfang?
Ein seriöses Angebot sollte transparent sein. Im Preis sollten idealerweise enthalten sein:
- Stallnutzung und Ponybereitstellung
- Ausgebildete Aufsichtsperson/Trainer:in
- Helme/Leihhelme (evtl. Reinigungspauschale)
- Versicherung des Hofes (nicht automatische Abdeckung persönlicher Schäden der Reitenden — das ist Aufgabe der Familie)
Und nicht automatisch enthalten:
- Eigene Ausrüstung (Reitstiefel, Reitbekleidung) — optional, aber sinnvoll
- Prüfungsgebühren, Abzeichen, Fahrkosten für besondere Veranstaltungen
- Individuelle Therapiebegleitung (wenn nicht explizit als Heilangebot deklariert)
Elternfrage im Fließtext: Muss ich eine Haftpflichtversicherung haben? Ja, als Familie solltet ihr prüfen, ob die Privathaftpflicht Reitunfälle abdeckt. Für bestimmte therapeutische Angebote kann eine Zusatzversicherung sinnvoll sein.
Echte Spartipps — wie ihr Kosten senken könnt
Reiten ist kein Discount‑Hobby, aber mit ein paar Tricks lässt sich Geld sparen:
- Gebrauchtkauf bei der Ausrüstung: Reitstiefel, Westen, Reithosen gebraucht kaufen.
- Gemeinschaftskäufe: Mehrere Familien kaufen gemeinsam große Mengen Heu oder Material — Rabatte möglich.
- Paket buchen: Monatspauschalen sind oft günstiger pro Stunde.
- Ehrenamtliche Hilfe: Manche Ställe belohnen Mithilfe (Misten, Füttern) mit reduzierten Stunden. Klärt das fair und transparent.
- Turmische Angebote: Reiterferien oder Intensivwochen lohnen sich oft im Vergleich zur Einzelstunde, wenn das Kind regelmäßig dabei bleibt.
Praxisbeispiel: Eine Familie bei uns spart durch die gemeinsame Bestellung von gebrauchten Helmen und einer 10er‑Karte ca. 20% gegenüber Einzelstunden-Buchung.
Vertragsfallen & Kleingedrucktes, auf das ihr achten solltet
- Kündigungsfristen: Manche Vertragsmodelle binden für 3–6 Monate. Vergewissert euch über die Mindestlaufzeit.
- Ersatztermine: Wie viele Ersatztermine sind inbegriffen? Werden sie gut sichtbar organisiert?
- Krankheit: Gibt es Erstattungen bei Krankheit eures Kindes oder bei Stall‑/Ponyausfall?
- Preisänderungen: Sind automatische Preiserhöhungen möglich? Wie werden sie mitgeteilt?
Elternfrage im Fließtext: Was tun, wenn der Hof plötzlich die Bedingungen ändert? Ruft zunächst das Gespräch, dokumentiert Absprachen schriftlich und vergleicht mit dem Vertrag. Viele Missverständnisse lassen sich so klären.
Was euch wirklich wichtig fragen sollte — Checkliste vor Buchung
- Was ist im Preis enthalten? (Pony, Trainer, Halle, Helme)
- Wie groß ist die Gruppe? (max. 4–6 optimal für Kinder)
- Wer leitet die Stunde? (Ausbildung, Erfahrung)
- Wie werden Ersatztermine gehandhabt?
- Welche Kündigungsfristen gelten?
- Gibt es saisonale Preisunterschiede?
- Welche Versicherungen sind erforderlich?
Tipp: Lasst euch ein schriftliches Angebot mit allen Punkten geben. Ein kurzes E‑Mail‑Angebot vermeidet spätere Missverständnisse.
Häufige Elternfragen (FAQ)
- „Mein Kind wächst schnell — soll ich Kleidung kaufen?“ Nein, kauft gebraucht oder mietet Helme am Hof. Spart Geld.
- „Sind Online‑Preise verhandelbar?“ Oft ja — bei Paketbuchungen lässt sich mit Höfen verhandeln.
- „Wie teuer ist ein Reitlager?“ Tageslager sind meist 35–90 €; Wochenlager 150–500 € je nach Angebot.
- „Zahlt die Krankenkasse Reitstunden?“ Nur bei ärztlicher Verordnung und therapeutischem Konzept; normale Reitstunden sind Freizeit und privat zu zahlen.
Kontakt Braucht ihr ein konkretes Angebot?
Schreib mir kurz, wie oft euer Kind reiten möchte und ob ihr Einzel- oder Gruppenunterricht bevorzugt — ich mache euch ein transparentes Angebot mit allen Kostenpunkten. Gerne auch Budgetvorschläge, wie ihr das Ganze günstiger organisieren könnt.


