Pferdewissen
Warum Reiten? 5 Vorteile für Kinder
Mehr als nur ein Hobby: Wie Pferde die Entwicklung deines Kindes fördern.

Ein Kind umarmt liebevoll den Hals eines Pferdes
Letzte Woche hat mich eine Mama gefragt: “Sarah, lohnt sich das wirklich? Also… das mit dem Reiten?” Und ich stand da mit Heunetz in der Hand und musste erstmal schmunzeln. Weil: wo fang ich da an?
Das Wichtigste: Warum sollten Kinder reiten?
Reiten fördert Kinder ganzheitlich: Es stärkt das Selbstbewusstsein, schult die Empathie im Umgang mit Tieren und verbessert die motorischen Fähigkeiten sowie das Gleichgewicht. Zudem lernen Kinder Verantwortung zu übernehmen und finden in der Natur einen wertvollen Ausgleich zum Alltag.
1. Empathie und emotionale Intelligenz
Okay, das klingt jetzt vielleicht nach Pädagogik-Lehrbuch, aber hör mir kurz zu.
Neulich stand ein Mädchen bei Coco und wollte losreiten. Aber Coco, die ist manchmal echt 'ne kleine Diva, hat einfach nur dagestanden und mit dem Schweif gewedelt. Das Mädchen war frustriert. “Die will nicht!”
Und dann haben wir zusammen hingeschaut. Coco hatte die Ohren leicht nach hinten, stand irgendwie angespannt. Wir sind nochmal zurück, haben sie in Ruhe geputzt, ein bisschen gequatscht dabei. Und plötzlich? Coco hat tief ausgeatmet, den Kopf gesenkt, und dann lief alles wie von selbst.
Das Kind hat an dem Tag mehr über Kommunikation gelernt als in zehn Deutschstunden. Ohne Worte.
- Körpersprache lesen: Unsere Ponys zeigen sofort, wie’s ihnen geht. Penelope zum Beispiel: wenn die gut drauf ist, kommt sie angelaufen. Wenn nicht, dreht sie einem erstmal die Hinterhand zu. Das lernen die Kinder schnell zu deuten.
- Gespür entwickeln: Man muss sich einlassen. Fertig. Kein Pony macht mit, wenn du mit dem Kopf woanders bist. Die merken das sofort.
2. Verantwortung von Anfang an
Ich sag den Eltern immer: Hier wird nicht nur geritten. Hier wird gearbeitet.
Und das mein ich nicht böse! Aber so’n Pony ist halt kein Sportgerät, das man in die Ecke stellt. Sleepy zum Beispiel (der Name ist Programm, der ist wirklich tiefenentspannt) braucht auch sein Futter, seine Pflege, seine Zuwendung.
Letztens kam ein Junge zum dritten Mal und hat gefragt: “Darf ich heute mal alleine putzen?” Der war so stolz, als er das geschafft hat. Sein Papa stand daneben mit großen Augen und meinte nur: “Zu Hause räumt er nicht mal sein Zimmer auf.”
Ja. Tja. Pferde halt.
- Pflichtbewusstsein: Die Ponys verlassen sich auf uns. Das kapieren Kinder erstaunlich schnell.
- Verbindlichkeit: Kylo wartet nicht darauf, dass du Lust hast. Der hat Hunger. Jeden Tag. Auch bei Regen. Auch wenn Fortnite gerade spannender wäre.
“Es gibt kein besseres Training für das Leben als die Verantwortung für ein anderes Wesen zu übernehmen. Das prägt den Charakter fürs ganze Leben.”
3. Selbstbewusstsein und Mut
Ganz ehrlich? Die meisten Kinder haben am Anfang Respekt. Und das ist auch gut so. So’n Pony wiegt ja auch mal schnell 300 Kilo.
Aber dann passiert was Schönes.
Letzte Woche hat ein Kind zum ersten Mal auf Simon getrabt. Also, richtigen Trab, nicht dieses Gewackel am Anfang. Die ist danach abgestiegen und hat gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd. “Mama, hast du das gesehen?!” Und die Mama hatte Tränen in den Augen.
Solche Momente. Dafür steh ich morgens um sechs auf und miste Boxen.
- Angst bewältigen: Der erste Trab. Der erste Galopp. Das erste Mal alleine aufs Pony steigen. Alles kleine Siege, die riesig sind.
- Erfolge feiern: Wenn Lennox endlich macht, was du dir wünschst, dieser Moment, wenn Mensch und Tier sich verstehen, das ist unbezahlbar für’s Selbstvertrauen.
4. Motorik und Körperbeherrschung
Ich hab mal mit einer Physiotherapeutin geredet, die meinte: “Reiten ist das beste Ganzkörpertraining, das es gibt.” Und wenn ich sehe, wie die Kinder sich nach ein paar Wochen bewegen… ja, da ist was dran.
Pucki ist übrigens perfekt für Anfänger, weil sie so einen gleichmäßigen Gang hat. Aber selbst auf Pucki muss man sich konzentrieren. Balance halten. Mitgehen. Nicht verkrampfen. Das ist anspruchsvoller, als es aussieht!
- Balance: Der Körper muss ständig kleine Ausgleichsbewegungen machen. Das trainiert Muskeln, von denen man nicht mal wusste, dass man sie hat.
- Feinmotorik: Hufe auskratzen, Trense anlegen, Knoten binden… Am Anfang sind da nur Fummelei und Chaos. Nach ein paar Wochen? Klappt wie von selbst.
5. Naturerlebnis und 'Digitale Pause'
Das ist mir echt wichtig. Die Kinder heutzutage… ich will da nicht meckern, aber mal ehrlich: Bildschirm, Bildschirm, Bildschirm. Und dann kommen sie hierher und plötzlich ist da Dreck unter den Fingernägeln, Heu in den Haaren, und das Handy liegt vergessen in der Jacke.
Ruffy, unser frecher Wallach, der ist übrigens super zum Erden. Der schaut einen mit diesen großen Augen an, und man vergisst einfach alles andere. Den Mathe-Test. Den Streit mit der besten Freundin. Alles weg.
- Draußen sein: Bei uns wird nicht im Wohnzimmer geritten. Egal ob Sonne, Wind oder leichter Niesel, wir sind draußen. Und meistens beschwert sich niemand.
- Achtsamkeit: Ich sag immer: Im Stall gibt’s kein Multitasking. Entweder du bist beim Pony, oder du lässt es lieber. Fiona merkt sofort, wenn du geistig woanders bist. Die testet das aus.
Weißt du, ich könnte hier noch ewig weiterschreiben. Über Chica, die so geduldig mit den ganz Kleinen ist. Über Balu, der aussieht wie ein Teddybär und auch so kuschelig ist. Über Attila, der… okay, Attila ist speziell, aber genau deshalb lernt man so viel von ihm.
Aber eigentlich musst du es selbst sehen. Komm vorbei, trink 'nen Kaffee mit uns, schau dir die Ponys an. Und dann reden wir nochmal.
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Komm vorbei und erlebe selbst, wie unsere Ponys die Herzen der Kinder öffnen und sie stärken.


