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Ratgeber

Sicherheit beim Ponyreiten: Was Eltern wirklich wissen müssen

Ausrüstung, Verhaltensregeln und reale Risiken – ohne Schönreden.

Sarah Handte 7 Min. Lesezeit
Kind mit Reithelm beim Ponyreiten

Kind mit Reithelm beim Ponyreiten

Für eilige Eltern (TL;DR)

  • Reithelm ist Pflicht – Fahrradhelm reicht für den Anfang, besser ist ein zertifizierter Reithelm.
  • Festes Schuhwerk ist das wichtigste an der Kleidung – kein Absatz, keine offenen Zehen.
  • Das größte Risiko ist nicht der Sturz, sondern Aufregung rund ums Pony am Boden.
  • Kinder, die ruhig und klar kommunizieren, haben weniger Unfälle als aufgeregte.

Bevor Eltern ihr Kind zum ersten Mal auf ein Pony setzen, haben viele die gleiche Frage im Hinterkopf: “Was wenn etwas passiert?” Eine berechtigt Frage, die eine ehrliche Antwort verdient – keine Verharmlosung, aber auch keine Panikmache.

Helm: Das einzige, worüber es keine Diskussion geben sollte

Ein Helm ist beim Ponyreiten so selbstverständlich wie ein Gurt im Auto. Punkt.

Was taugt?

  • Zertifizierter Reithelm (EN 1384 oder ASTM F1163): Beste Wahl. Der Reithelm schützt den Hinterkopf besser als ein Fahrradhelm, weil er dort mehr Material hat – genau dort, wo man beim Sturz aufs Pferd aufschlägt.
  • Fahrradhelm (EN 1078): Für eine einzelne Schnupperstunde akzeptabel, aber kein Dauerersatz.
  • Kein Helm: Geht nicht – auch nicht kurz.

Passt er? Der Helm darf bei geöffnetem Kinnriemen nicht wackeln wenn man den Kopf schüttelt. Zu groß ist genauso schlecht wie kein Helm.

Wir stellen Reithelme verschiedener Größen zur Verfügung. Wer regelmäßig kommt, sollte einen eigenen kaufen – Hygienegründe und bessere Passform.

Schuhwerk: Unterschätzter Schutz Nummer eins

Das zweitwichtigste nach dem Helm ist oft das Unspektakulärste: der Schuh.

Warum ist das so wichtig? Wenn ein Huf auf einen Fuß tritt – was vorkommt – ist ein fester Schuh der Unterschied zwischen einem roten Fleck und einem Knochenbruch.

Was geht:

  • Gummistiefel (Klassiker, sehr gut)
  • Wanderschuhe mit Knöchelschutz
  • Reitstiefel oder Chaps

Was nicht geht:

  • Sandalen, Ballerinas, Crocs, Turnschuhe aus Stoff
  • Alles ohne geschlossene Zehenkappe
  • High Heels (klingt offensichtlich, kommt aber vor)

Achtung bei Absatz: Reitstiefel haben einen kleinen Absatz bewusst – damit der Fuß nicht durch den Steigbügel rutscht. Normale Schuhe mit dickem Plateau können den gegenteiligen Effekt haben.

Was wirklich passiert – und wo

Das Klischee-Bild ist: Kind fällt vom Pferd. Das kommt vor, ist aber beim geführten Ponyreiten mit Kinderantritt selten.

Die häufigeren Situationen:

  1. Kind läuft aufgeregt ums Pony und erschrickt es – Pony tritt aus, Kind steht daneben. Lösung: ruhiges Bewegen, nie hinter einem Pferd entlanggehen ohne Ansagen.
  2. Kind greift plötzlich ins Gesicht des Ponys – Zähne existieren. Lösung: offene Handfläche, nie mit Fingern wedeln.
  3. Kind rutscht seitlich beim Aufsteigen – Pony bewegt sich, Kind verliert Balance. Lösung: Pony festhalten, Kind erst aufsitzen wenn Pony stillsteht.

Kein einziger dieser Punkte ist ein Argument gegen Ponyreiten. Aber sie zeigen: das Risiko liegt meistens im Verhalten um das Tier, nicht im Reiten selbst.

Regeln, die jedes Kind versteht

Kinder nehmen Regeln ernst, wenn man ihnen erklärt warum – nicht nur was.

Die drei wichtigsten:

  1. “Immer Bescheid sagen, wenn du nah ans Pony gehst.” – Damit das Pony weiß, dass jemand kommt. Pferde erschrecken leicht.
  2. “Langsam und ruhig rund ums Pony.” – Schnelle Bewegungen stresst das Tier.
  3. “Leckerlis nur mit flacher Hand.” – Finger sehen aus wie Karotten. Pferde können die Unterschied nicht immer.

Kinder, die diese drei Regeln verinnerlichen, haben einen grundlegend anderen Kontakt zu Pferden als solche, die “einfach draufgesetzt werden”.

Weiterführend

Naechster Schritt fuer Familien

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