Pferdewissen
Reitbekleidung für Kinder
Sicher und bequem im Sattel. worauf Eltern beim ersten Kauf achten sollten.

Kind in kompletter Reitausrüstung mit Helm und Sicherheitsweste im Stall
Für eilige Eltern (TL;DR)
- Für den Einstieg reichen Helm, feste Schuhe und bequeme, rutschfeste Kleidung.
- Passform ist wichtiger als Marke, vor allem bei Helm und Schuhwerk.
- Zu große oder steife Kleidung stört Haltung, Balance und Sicherheit.
- Lieber nach und nach kaufen statt alles auf einmal teuer neu anschaffen.
Okay, die Frage krieg ich STÄNDIG. Meistens so zwei Tage vor der ersten Schnupperstunde: „Sarah, wir haben gar nichts! Müssen wir jetzt noch schnell ne Reithose kaufen? Und Reitstiefel? Und ne Weste??"
Durchatmen. Erstmal durchatmen.
Ich verstehe den Stress. Eltern wollen alles richtig machen und Kinder wollen am liebsten sofort los. Aber beim ersten Mal geht es nicht darum, perfekt auszusehen. Es geht darum, dass das Kind sicher sitzt, sich bewegen kann und Spaß hat. Zu viel Ausrüstung am Anfang macht eher Druck. Und Druck ist das Letzte, was wir beim ersten Ponykontakt brauchen.
Elternfrage im Text beantwortet: Reicht wirklich ein Fahrradhelm. Für die ersten Schnupperstunden ja, wenn er gut sitzt und nicht wackelt. Wir prüfen das mit euch. Wir schauen, ob der Helm hinten tief sitzt, ob er nicht nach vorne rutscht und ob das Kind den Kopf frei bewegen kann. Sobald ihr merkt, dass euer Kind regelmäßig kommt, lohnt sich ein echter Reithelm. Der sitzt anders und ist für Stürze ausgelegt, die beim Reiten passieren können.
Elternfrage im Text beantwortet: Müssen es Reitstiefel sein. Nein. Feste Schuhe mit kleinem Absatz sind für den Anfang völlig okay. Gummistiefel sind bei uns sogar oft die beste Lösung. Sie haben einen kleinen Absatz, sind stabil und halten im Matsch. Turnschuhe sind ungeeignet, weil sie keinen Absatz haben und im Bügel durchrutschen können. Das ist ein Sicherheitsrisiko.
Praxisbeispiel vom Hof: Ein Kind kam mit Sneakern, die total weich waren. Beim Aufsteigen rutschte der Fuß im Bügel durch und das Kind bekam kurz Angst. Wir haben sofort gestoppt und ihm Gummistiefel aus unserem Fundus gegeben. Danach war alles entspannt. Seitdem sage ich: Schuhe sind das Wichtigste nach dem Helm.
Elternfrage im Text beantwortet: Brauchen Kinder gleich eine Reithose. Für die ersten Male nicht. Eine bequeme Leggings oder eine Jogginghose ohne dicke Nähte reicht. Wichtig ist, dass innen keine harten Nähte drücken und dass die Hose nicht rutscht. Sobald das Kind regelmäßig reitet, ist eine Reithose angenehmer, weil sie besseren Halt gibt und weniger reibt.
Ein Thema, das viele vergessen, ist die Jacke. Im Winter muss es warm sein, aber nicht so dick, dass das Kind wie ein Michelin Männchen wirkt. Zu dicke Jacken machen die Arme steif und das Kind kann sich schlechter halten. Besser ist das Zwiebel Prinzip: dünnes Oberteil, Fleece, darüber eine normale Jacke. So kann man zwischendurch ausziehen, wenn das Kind warm wird.
Elternfrage im Text beantwortet: Soll das Kind Handschuhe tragen. Im Winter ja, im Sommer nicht unbedingt. Handschuhe schützen vor kalten Fingern und vor Reibung am Strick. Aber zu dicke Handschuhe machen das Gefühl für Zügel schwer. Wir haben am Hof einfache Reithandschuhe, die gut passen und nicht zu steif sind.
Praxisbeispiel vom Hof: Eine Mutter kam mit dicken Ski Handschuhen. Ihr Kind konnte die Zügel nicht halten und wurde frustriert. Wir haben dünne Handschuhe gegeben, die Hände waren warm genug und das Kind hatte wieder Gefühl. Kleine Änderung, große Wirkung.
Elternfrage im Text beantwortet: Was ist mit Sicherheitsweste. Für das erste Mal ist das nicht Pflicht. Eine Weste kann Sicherheit geben, aber sie sollte gut sitzen. Eine zu große Weste rutscht, eine zu kleine drückt und stört die Atmung. Wenn ihr eine habt, bringt sie mit. Wenn nicht, ist das kein Problem. Entscheidend ist, dass das Kind ruhig ist und das Pony geführt wird.
Viele Eltern fragen auch, ob man gebraucht kaufen darf. Ja, sehr gern. Kinder wachsen schnell. Eine gebrauchte Reithose und ein gebrauchter Helm können sinnvoll sein, solange sie in gutem Zustand sind. Beim Helm gilt: Wenn er einen Sturz hinter sich hat, bitte nicht mehr nutzen. Helme sind wie Fahrradhelme, sie schützen einmal. Das sollte man ernst nehmen.
Praxisbeispiel vom Hof: Wir haben eine kleine Kiste mit Ersatzhelmen und gebrauchten Stiefeln. Ein Kind kam einmal ohne alles. Wir konnten aushelfen, aber der Helm war etwas zu groß. Das Kind musste ständig den Kopf halten, weil der Helm rutschte. Da sieht man, wie wichtig Passform ist. Ein gut sitzender Helm ist am Ende wertvoller als eine teure Hose.
Elternfrage im Text beantwortet: Was ist mit langen Haaren. Lange Haare sollten zusammengebunden werden, am besten tief im Nacken, damit der Helm richtig sitzt. Offene Haare rutschen unter dem Helm, drücken und stören. Ein einfacher Zopf reicht. Mehr braucht es nicht.
Elternfrage im Text beantwortet: Und was ist mit Brille. Eine Brille ist okay, wenn sie gut sitzt. Wir sagen Kindern, sie sollen den Kopf nicht ruckartig bewegen. Eine Sportbrille ist nett, aber nicht nötig. Wenn ein Kind sehr unsicher ist, kann man über ein Brillenband nachdenken, damit die Brille nicht runter fällt.
Ein weiterer Punkt ist Schmuck. Bitte keine baumelnden Ohrringe, keine langen Ketten. Das ist gefährlich. Im Stall kann sich schnell etwas verhaken. Ich erkläre Kindern das immer ruhig. Es geht nicht darum, streng zu sein, sondern sicher.
Elternfrage im Text beantwortet: Braucht mein Kind eine spezielle Weste für den Stall. Nein. Eine normale, gut sitzende Weste reicht. Wichtig ist, dass sie nicht zu lang ist, damit das Kind gut sitzen kann. Zu lange Westen drücken beim Sitzen auf die Hüfte.
Viele Eltern möchten gleich die Komplett Ausrüstung kaufen, weil es sich ordentlich anfühlt. Ich verstehe das. Aber meine Empfehlung ist: Erst ein paar Termine testen, dann gezielt kaufen. Dann wisst ihr, ob euer Kind wirklich dabeibleibt und welche Größe wirklich passt.
Praxisbeispiel vom Hof: Ein Vater hat für die erste Stunde einen kompletten Satz gekauft, inklusive teurer Reitstiefel. Das Kind war nach zwei Stunden wieder raus, weil es doch lieber Fußball wollte. Das war schade. Seitdem rate ich zu einer kleinen Einstiegslösung.
Elternfrage im Text beantwortet: Was ist im Sommer wichtig. Im Sommer sind lange Hosen trotzdem sinnvoll, weil sie die Beine schützen. Sonnencreme nicht vergessen und eine Kappe vor dem Reiten abnehmen, damit der Helm richtig sitzt. Trinken ist auch wichtig, gerade bei warmem Wetter. Kinder schwitzen, oft ohne es zu merken.
Und im Winter. Warme Socken, aber nicht zu dick, sonst passt der Schuh nicht mehr. Handschuhe, eine dünne Mütze unter dem Helm, wenn es sehr kalt ist. Aber keine Mütze mit Bommel. Das passt nicht unter den Helm. Viele Eltern wissen das nicht. Wir haben dafür am Hof ein paar dünne Unterziehmützen.
Elternfrage im Text beantwortet: Muss das Kind besondere Unterwäsche tragen. Nein. Aber zu harte Nähte können drücken. Eine einfache, glatte Unterhose reicht. Es geht um Komfort, damit das Kind sich auf das Pony konzentrieren kann.
Ein Punkt, der oft unterschätzt wird, ist der Sitz im Sattel. Wenn die Hose rutscht, wenn die Schuhe nicht passen, wenn der Helm drückt, dann wird das Kind unruhig. Unruhe überträgt sich auf das Pony. Darum ist es so wichtig, dass die Basics stimmen. Das ist kein Luxus, das ist Sicherheit.
Elternfrage im Text beantwortet: Kann mein Kind in Jeans reiten. Kann man, aber ich rate davon ab. Jeans sind steif, die Nähte drücken und sie scheuern schnell. Für eine erste Schnupperstunde geht es im Notfall, aber bequem ist es nicht. Eine weiche Hose ist besser.
Wenn ihr unsicher seid, schreibt uns vorher. Wir sagen euch, was wichtig ist und was nicht. Und wenn mal etwas fehlt, hilft der Hof meist aus. Wir haben hier schon viele erste Reitstunden mit geliehenen Gummistiefeln, einem Ersatzhelm und einer warmen Jacke hinbekommen. Das Kind hatte trotzdem ein gutes Erlebnis.
Am Ende geht es nicht darum, wie perfekt die Ausrüstung ist. Es geht darum, dass das Kind sich wohl fühlt, sicher ist und Spaß hat. Der Rest wächst mit der Zeit. Wenn ihr unsicher seid, kommt lieber mit zu viel Fragen als mit zu viel Stress. Wir helfen euch gern, das passende Maß zu finden.
Wenn ihr euch beim Kaufen orientieren wollt, hilft eine kleine Übersicht. So seht ihr, was am Anfang reicht und was später sinnvoll wird.
| Thema | Start reicht | Später sinnvoll |
|---|---|---|
| Helm | Passender Fahrradhelm oder Reithelm | Reithelm mit guter Passform |
| Schuhe | Gummistiefel mit kleinem Absatz | Reitstiefel oder Stiefeletten |
| Hose | Leggings oder Jogginghose | Reithose mit Besatz |
| Handschuhe | Optional | Dünne Reithandschuhe |
| Weste | Nicht nötig | Sicherheitsweste bei mehr Tempo |
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Passender Helm (Fahrradhelm ist okay)
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Feste Schuhe mit Absatz (Gummistiefel!)
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Bequeme Hose (Leggings/Jogginghose)
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Wetterfeste Kleidung (Zwiebelprinzip)
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Gute Laune (das Wichtigste!)
Und wenn ihr euch fragt, wie ihr beim Kauf am besten vorgeht, hier eine einfache Reihenfolge. Das nimmt Druck raus und sorgt dafür, dass nichts vergessen wird.
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1 Kopf messen und Helm anprobieren
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2 Schuhe mit kleinem Absatz testen
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3 Hose im Sitzen prüfen
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4 Größen notieren und in Ruhe entscheiden
Elternfrage im Text beantwortet: Worauf achte ich beim Anprobieren. Der Helm darf nicht wackeln, wenn das Kind den Kopf schüttelt. Der Kinnriemen sitzt so, dass ein Finger drunter passt, aber nicht zwei. Die Hose soll beim Hinhocken nicht kneifen. Die Schuhe dürfen nicht zu groß sein, sonst rutscht der Fuß im Bügel.
Ein kleiner Tipp zum Kaufen: Lieber eine Nummer zu groß klingt praktisch, aber bei Helm und Schuhen ist das keine gute Idee. Kinder wachsen schnell, ja. Aber Sicherheit braucht Passform. Bei Hosen geht eine Nummer größer, bei Helm und Schuhen bitte nicht.
Praxisbeispiel vom Hof: Ein Kind trug einen Helm von der großen Schwester. Er war zu weit und rutschte beim Aufsteigen nach vorne. Wir haben die Stunde unterbrochen und einen passenden Helm gegeben. Danach war das Kind ruhig und konzentriert. Das zeigt, wie viel ein kleiner Sitz Unterschied ausmacht.
Ein gescheiter Schuh schützt nicht nur vor dem Durchrutschen im Bügel, sondern auch vor 400 Kilo Pony die mal aus Versehen daneben treten. Lennox ist da ziemlich tapsig manchmal. Lieber Gummistiefel als Wehwehchen!


