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Therapie & Förderung

Heilpädagogisches Reiten vs. Reittherapie: Wo liegt der Unterschied?

Warum der pädagogische Ansatz oft wertvoller ist als ein rein medizinischer – und was für dein Kind passt.

Sarah Handte 6 Min. Lesezeit
Kind streichelt sanft ein Pony bei der heilpädagogischen Arbeit.

Kind streichelt sanft ein Pony bei der heilpädagogischen Arbeit.

Viele Eltern fragen mich: “Sarah, machst du eigentlich Reittherapie oder Reitunterricht?” Die Antwort liegt oft dazwischen – im Heilpädagogischen Reiten. Doch was bedeutet das eigentlich konkret und worin unterscheidet es sich von der klassischen Therapie?

Es geht nicht um das "Reparieren" von Defiziten. Es geht darum, das Pferd als Partner zu sehen, der uns hilft, über uns hinauszuwachsen – pädagogisch fundiert und ohne Leistungsdruck.

Kurz & Knapp: Die Definition

Heilpädagogisches Reiten (HPR) nutzt die positive Wirkung des Pferdes auf den Menschen, um die persönliche und soziale Entwicklung zu fördern. Im Gegensatz zur medizinischen Hippotherapie steht hier das Lernen und Erleben im Vordergrund, nicht nur die körperliche Gymnastizierung.

Die wichtigsten Unterschiede

Um den Begriffswirrwarr zu lösen, hilft ein Blick auf die drei Säulen der pferdegestützten Arbeit:

  1. Hippotherapie: Ein rein medizinischer Ansatz, oft durchgeführt von Physiotherapeuten. Das Pferd dient hier fast wie ein “Behandlungsgerät” für motorische Themen.
  2. Reittherapie: Ein Überbegriff, der oft psychotherapeutische Ansätze meint. Hier geht es stark um die Aufarbeitung seelischer Themen.
  3. Heilpädagogisches Reiten: Hier schlägt mein Herz. Wir nutzen das Pferd, um Sozialverhalten, Motorik, Wahrnehmung und Selbstvertrauen zu schulen. Das Pferd ist kein Sportgerät, sondern ein Erziehungspartner.

Für wen ist der heilpädagogische Ansatz ideal?

Besonders Kinder mit folgenden Schwerpunkten profitieren enorm von unserem pferdegestützten Programm in Renningen:

  • ADHS & Konzentration: Das Pony fordert Präsenz. Wer nicht aufpasst, merkt sofort die Reaktion des Tieres. Das ist direktes Feedback ohne Schimpfen.
  • Autismus-Spektrum: Ponys kommunizieren non-verbal. Das schafft Sicherheit und einen Zugang, der über Sprache oft schwer fällt.
  • Motorische Entwicklungsverzögerung: Das Getragenwerden schult das Gleichgewicht, ohne dass es sich nach “Arbeit” anfühlt.
  • Soziale Unsicherheit: Ein 400kg schweres Tier zu führen, macht stolz. Dieses Selbstbewusstsein nehmen die Kinder mit in die Schule und den Alltag.

Muss mein Kind reiten können?

Nein! Im heilpädagogischen Ansatz verbringen wir viel Zeit am Boden. Putzen, Führen, Beobachten – die Beziehung entsteht nicht im Sattel, sondern auf Augenhöhe.

Warum das Pferd der perfekte Pädagoge ist

Ein Pferd lügt nicht. Es spiegelt die Emotionen des Kindes. Wenn ein Kind nervös ist, wird das Pony unruhig. Wenn das Kind lernt, tief durchzuatmen, entspannt sich auch das Tier. Diese Selbstwirksamkeit – die Erfahrung “Ich kann durch mein Verhalten etwas verändern” – ist der Kern unserer Arbeit.

Auf dem Ponyhof in Renningen schaffen wir einen geschützten Raum, in dem Fehler erlaubt sind. Hier gibt es keine Noten, sondern nur das Team aus Kind, Pony und Pädagogin.

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Wir schauen uns gemeinsam an, wo dein Kind steht und welches unserer Ponys der beste Partner für seine Entwicklung wäre. Melde dich einfach!

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